So lief der Bürgermeisterwechsel in Hollabrunn. Alfred Babinsky wurde vom Hollabrunner Gemeinderat zum Stadtchef gewählt. Sein Vize ist Kornelius Schneider.

Von Sandra Frank. Erstellt am 03. Juli 2019 (08:06)

„Du hast bewiesen, dass du es kannst“, ist Erwin Bernreiter sicher, dass der Mann, der zehn Jahre als Vizebürgermeister an seiner Seite war, ein guter Nachfolger für ihn als Stadtchef sein wird: Alfred Babinsky wurde mit 26 von 31 abgegebenen Stimmen zum neuen Bürgermeister der Bezirkshauptstadt gewählt.

Als Mann der Tat und nicht der großen Worte hat sich Bernreiter vor zehn Jahren als Bürgermeister vorgestellt. Wie sich die Stadt im letzten Jahrzehnt weiterentwickelt hat, könne jeder Hollabrunner selbst sehen, wie er meint. Bernreiter hat seine Amtszeit mit der Eröffnung des sechsgruppigen Kindergartens in der Robert Löfflerstraße begonnen. Nun beendet er seine Ära als Bürgermeister, ein achtgruppiger Kindergarten in der Josef Weisleinstraße befindet sich im Bau. „Ein schönes Bild für die Entwicklung der Stadt“, findet er.

Bernreiter:  "Meine Kräfte reichen noch nicht aus"

„Ich habe früh meine Gesundheit verloren. Ich habe sie ein bisschen verloren, eigentlich geht’s mir gut. Dafür bin ich dankbar“, sprach Bernreiter seinen Schlaganfall an, der ihn vor zwei Jahren beinahe das Leben gekostet hätte. Er kämpfte sich zurück ins Leben und zurück ins Rathaus. Aber: „Meine Kräfte reichen noch nicht aus, um das Bürgermeisteramt so auszuführen, wie ich es erwarte und wie ich es vor zehn Jahren versprochen habe.“

In den vergangenen beiden Jahren sei er großartig von Babinsky vertreten worden, der ihn als Freund immer unterstützt habe.

Danke sagte Bernreiter aber nicht nur zu seinem Nachfolger, sondern auch zu seinen engsten Mitarbeitern: Stadtamtsdirektor Franz Stockinger, Heinrich Pfeffer und Claudia Keck („Du hast vieles abfangen müssen, wenn es einmal nicht so gut g’rennt is.“).

Standing Ovations für Erwin Bernreiter

„Ich werde mich jetzt zurückziehen und weiter meine Gesundheit vorantreiben.“ Dies waren die letzten Worte, die der nunmehrige Altbürgermeister an Mandatare und Publikum sprach. Diese zollten dem 48-Jährigen mit Standing Ovations ihren Respekt.

Stadtrat Wolfgang Scharinger (Bürgerliste) war der erste, der Worte an den früheren Stadtchef und dessen Familie richtete. „Wir tragen die Sorgen der Bürger mit uns mit. Das ist eine seelische Belastung, die nicht zu unterschätzen ist“, weiß das Polit-Urgestein, das sogar ein Abschiedsgeschenk für Bernreiter dabei hatte: Das erste Flugblatt, das herauskam, als dieser Bürgermeister war.

VP-Rausch: "Du bist ein großes Vorbild und Motivator"

„Bei allen politischen Unterschieden, die Stadt steht immer im Fokus. Du hast dich immer bemüht, für die Bürger da zu sein“, richtete sich auch FPÖ-Mandatar Christian Lausch an den ehemaligen Bürgermeister.

Gemeindeparteichef Alexander Rausch (ÖVP) gab einen kurzen Rückblick auf Bernreiters politische Karriere. „Du bist ein großes Vorbild und ein großer Motivator.“ Optisch festgehalten hatte VP-Stadträtin Elisabeth Schüttengruber-Holly Bernreiters Werdegang, und zwar mit Bildern auf einer Torte.

Nachbesetzung im Gemeinderat

Nachdem die neuen ÖVP-Gemeinderäte Christian Pass und Verena Rapp angelobt waren, folgten die Urnengänge: Zuerst war der Bürgermeister zu wählen, danach waren zwei neue Stadträte zu küren, da Karl Riepl und Erwin Bernreiter aus diesem Gremium ausschieden. Josef Keck (27 von 31 abgegebenen Stimmen) und Alexander Rausch (25 von 31 Stimmen) nahmen die Wahl an. 

Rausch musste somit den Prüfungsausschuss verlassen. Gemeinderat Gerald Gerstorfer übernimmt diesen Sitz (mit 27 von 30 abgegeben Stimmen).

Neo-Vizebürgermeister Schneider will zielführend Zusammenarbeiten

Das letzte Amt, das zu vergeben war, war jenes des Vizebürgermeisters. „Ich nehme die Wahl an und hoffe auf konstruktive und zielführende Zusammenarbeit für unsere Stadtgemeinde“, sagte Finanzstadtrat Kornelius Schneider nach dem Wahlgang, bei dem 30 Stimmen abgegeben worden waren. 26 davon waren gültig, 19 davon erhielt Schneider.

"Reden wir über unsere Anliegen und Wünsche"

Die Schlussworte bei dieser Gemeinderatssitzung standen dem frisch gewählten Stadtchef zu. Sie galten seinem Vorgänger: „Ich habe großen Respekt vor deiner Entscheidung. Du bist immer und jederzeit ganz herzlich willkommen im Rathaus“, betonte Alfred Babinsky. Bernreiter sei ein toller Chef gewesen, darum liege die Latte nun sehr hoch. 

Wichtig für die künftige Zusammenarbeit ist ihm: „Reden wir über unsere Anliegen und Wünsche. Ich verspreche, alle im Haus und in der Politik werden im Sinne der Bürger tätig sein.“