ÖVP: „Die Opposition ist schon im Wahlkampf“. ÖVP kritisiert vor allem SPÖ, falsche Infos in Umlauf zu bringen. Hinterberger: „Wir bringen die Zahlen, die bekannt sind.“

Von Sandra Frank. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:49)
SPÖ
„Wir bringen Zahlen in Umlauf, die bekannt sind.“Stefan Hinterberger, SPÖ.

„Das gab es ja noch nie in Göllersdorf! Das ist historisch“, bemerkte ein Göllersdorfer, dass die Oppositionsparteien – SPÖ, FPÖ und Grüne – in der Vorwoche ein gemeinsames Flugblatt verteilten.

Wie berichtet, gibt es Unstimmigkeiten, was den Neubau des Rathauses samt Polizeiinspektion und maximal 28 Wohnungen betrifft. Die ÖVP beschloss in der jüngsten Gemeinderatssitzung, mit der WAV als Wohnbauträger in die Feinplanung zu gehen. Die Opposition hätte gern ein alternatives Angebot zur WAV.

Was der Göllersdorfer durchaus positiv bemerkte, ist der Bürgermeisterpartei nicht ganz so recht, wirft man einen Blick auf die Homepage der hiesigen ÖVP. „Grundsätzlich ist es so, dass die Oppositionsparteien den Wahlkampf 2015 noch nicht beendet haben und schon in den Wahlkampf 2020 einsteigen“, ist dort zu lesen.

NÖN-Archiv
Das Rathaus am Göllersdorfer Hauptplatz ist in die Jahre gekommen. Dass neu gebaut werden soll, ist unbestritten. Dennoch kommen sich vor allem Schwarz und Rot bei der Causa in die Haare.

Kritikpunkte an der Opposition gibt es gar viele. Die Zahlen für die Kosten, die von der SPÖ in Umlauf gebracht wurden, seien falsch. Auch der Vorwurf der SPÖ, wonach die ÖVP den Neubau im Alleingang durchgepeitscht habe, sei nicht richtig. Denn vom Oktober 2015 habe es einen einstimmigen Gemeindevorstandsbeschluss gegeben, dass die Planungen weitergeführt werden, begründet die Mehrheitspartei.

„Für die ÖVP ist es schon Wahlkampf, wenn man etwas für die Leute macht, wie Ostereier verteilen oder unser Gschnas“, glaubt Stefan Hinterberger, SPÖ-Chef in Göllersdorf, die Ursache des ÖVP-Unmuts zu kennen. Seine Partei hinterfrage Projekte eben kritisch. „Das sind sie von früher nicht gewohnt.“

Für die SPÖ gehe es vor allem darum, die Gemeinde weiterzuentwickeln, sagt Hinterberger im NÖN-Gespräch. Parteipolitik sei dabei Nebensache. „Wir hängen den Dingen kein Mascherl um.“ Zu den Vorwürfen gegen seine Fraktion sagt Hinterberger: „Wir bringen die Zahlen in Umlauf, die bekannt und fix sind.“ Zahlen, die im Gemeinderat genannt worden sind.

Dass im Gemeindevorstand bereits 2015 ein einstimmiger Beschluss den Rathaus-Neubau betreffend gefallen sei, stimme zwar, so Hinterberger, aber: „Dabei ging’s darum, das Projekt zu tragen, auch wenn sich die Landespolizeidirektion nicht an den Kosten beteiligt. Das war’s dann auch schon.“ Damals sei von einer Beteiligung der Waldviertler Siedlungsgenossenschaft keine Rede gewesen.