Göllersbachpfarren: Kerze als Zeichen der Verbundenheit. Kinder dürfen nicht durch die Orte ziehen, aber vor dem Haus ratschen. Öffentliche Gottesdienste finden nicht statt.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. April 2020 (05:04)
Die Segnung der Palmzweige fand zwar statt, aber ohne Gläubige.
NOEN

Um eine schrittweise Öffnung der Gesellschaft zu erreichen, sei die Osterwoche entscheidend, meinte der österreichische Bundeskanzler bei einer Pressekonferenz am vergangenen Montag. Wichtig sei, das Osterfest nur gemeinsam mit jenen Menschen zu verbringen, mit denen man auch zusammenwohne.

Die NÖN fragte bei Geistlichen im Bezirk nach, wie das Osterfest, das bedeutendste Fest für die Christen, in Zeiten der Ausgangsbeschränkung stattfinde. Es werde ganz anders sein, meint Dechant Michael Wagner. „Es gibt keine öffentlichen Gottesdienste“, spricht er von maximal sechs Messbesuchern. Die Menschen seien angehalten, wieder zu Hause in der Familie zu feiern.

„In manchen Pfarren werden die Kinder vor dem Haus ratschen, um einen Klangteppich über die Ortschaften zu legen“

Der Gründonnerstag ist der Tag, an dem die Kirchenglocken verstummen. Bis zur Osternacht sind Kinder mit ihren Ratschen unterwegs, um die Glocken zu ersetzen. Wie geschieht das heuer? „In manchen Pfarren werden die Kinder vor dem Haus ratschen, um einen Klangteppich über die Ortschaften zu legen“, sagt Wagner.

Einen Wermutstropfen gibt es dabei für die Ratscher: „Sie können nicht absammeln gehen. Das geht heuer sicher nicht“, macht der Geistliche klar, dass die Maßnahmen der Regierung auf jeden Fall eingehalten werden müssen.

Zu Ostern finde in den Göllersbachpfarren, für die Wagner zuständig ist, ein Gottesdienst statt. „Die Gläubigen sind eingeladen, eine Kerze ins Fenster zu stellen.“ Als verbindendes Zeichen der Hausgemeinschaften, die gemeinsam Messe feiern. So sei es am Palmsonntag geschehen: In Bergau wurde die Messe gefeiert – ohne Gläubige. Diese brachten vorher ihre Palmzweige in die Gotteshäuser der Pfarre, um sie segnen zu lassen.

Während der Kartage wird es Videobotschaften der Geistlichen auf der Homepage der Pfarre geben. Am Ostermontag ist etwa Diakon Heribert Auer zu sehen, der seine Worte speziell an die Sportler richten wird.

Generell ortet der Dechant die Disziplin der Menschen, sich an die Beschränkungen zu halten, als hoch. Aber: „Begräbnisse sind für die Familie oft schwierig und hart, diese nur im sehr engen Rahmen abzuhalten.“