Schüler erkundeten ein Jahr lang Zeitungswelt. HLT-Schüler analysierten in einem Projekt die Titelseiten österreichischer Zeitungen sehr kritisch und genau.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 14. April 2019 (04:15)
Čechová, Marc Berger und Jakub Schmidt (v.l.) die Medien ganz genau unter die Lupe.
Lehrer Michael Zachoval nahm mit den Schülern Nikola Povalačová, Denisa

Die Medien, die wir täglich konsumieren, beeinflussen unser Bild von der Welt. Wie sehr, wollte Michael Zachoval den Schülern der HLT Retz auf besondere Weise veranschaulichen. Ein ganzes Jahr lang sammelten er und Kollegen daher die Titelblätter verschiedener Tages- und Wochenzeitungen und reihten sie im Rahmen einer Projektwoche chronologisch nebeneinander auf. Je nach Unterrichtsfach wurden dann verschiedene Aufgaben gestellt. So sollten die Schüler zum Beispiel analysieren, wie oft und welche Art von Events es besonders häufig auf die Titelseiten geschafft hat. „In den Wintermonaten dominiert der Skisport die gesamte Berichterstattung“, fasste Zachoval die Beobachtungen der Schüler zusammen und betonte, dass es trotzdem noch deutliche Unterschiede zwischen den Zeitungen gibt.

Im Deutschunterricht ging es dann darum, zu analysieren, wie sich die Schlagzeilen der Medien sprachlich voneinander unterscheiden.

Allgemein sei den Schülern besonders stark aufgefallen, wie häufig es Donald Trump selbst in Österreich auf die Titelseiten geschafft hat. Vor allem die Schülerinnen waren hingegen erstaunt darüber, dass Männer deutlich häufiger vorgekommen sind als Frauen.

Kritisches Hinterfragen von Medien fördern

Diese selbstständige und kritische Art der Auseinandersetzung mit Medien wollte Michael Zachoval mit dem Projekt „365 Tage Zeitung erleben“ initiieren. „Viele junge Menschen können mit dem Medium Zeitung leider nur wenig anfangen. Ich wollte es ihnen auf erlebnisreiche Art näherbringen“, beschrieb Zachoval seinen Ansporn. Aber auch gerade im Bereich der Onlinemedien, die häufiger von den Jugendlichen konsumiert werden, sei es noch wichtiger, zu hinterfragen, woher Meldungen kommen und welche Interessen dahinterstehen könnten. Die Idee zum Projekt keimte in Zachoval bereits seit seiner Studienzeit, die begeisterten Rückmeldungen der Schüler führen sicher zu einer Fortsetzung.