Nach Insolvenz: Riepl geht auch als Stadtrat. Schankwagenbesitzer und Lehrer - diese beiden Funktionen übt Karl Riepl noch aus. Sein Restaurant in Hollabrunn wird geschlossen, aus der Kommunalpolitik zieht er sich ebenfalls zurück.

Von Sandra Frank. Erstellt am 17. Juni 2019 (22:23)
Hans Gschwindl
So kennt man Karl Riepl: Gut gelaunt gastronomisch im Einsatz. Der 44-Jährige meldete Insolvenz an und legt auch alle politischen Funktionen zurück.

„Ich bin jetzt nur noch Lehrer und Schankwagenbesitzer“, sagt Karl Riepl im NÖN-Gespräch am Montagabend. Seine Funktion als Stadtrat wird er in den nächsten Tagen zurücklegen, darüber informierte er bereits Vizebürgermeister Alfred Babinsky. All seine Funktionen in der Wirtschaftskammer legte er ebenfalls zurück.  

Dieser Entscheidung vorangegangen ist die Tatsache, dass Riepl, wie auf NÖN.at berichtet, am vergangenen Freitag mit seinem Hotel-Restaurant Konkurs anmelden musste. „Ich bin mehr erleichtert als traurig“, ist der Hollabrunner froh, dass nun ein Schlussstrich gezogen wurde. 

Sein Arbeitstage habe von etwa fünf Uhr früh bis ein Uhr in der Nacht gedauert. Zuerst das Frühstück für die Gäste, dann weiter in die Schulen zum Unterrichten, zurück ins Wirtshaus, Gemeindetermine – alles Dinge, die der 44-Jährige sehr gern gemacht hat, wie er betont. Allerdings sei es zu viel geworden, die Familie zog oft den Kürzeren.

Riepl will seinen Schankwagen behalten

„Ich versuche alles, um den Schankwagen zu behalten“, will er hier im gastronomischen Einsatz bleiben. Zumindest nächste Woche wird das Restaurant noch offen bleiben.

„Wirklich leid tut es mir um meine vier besten Mitarbeiter, die mir bis zum Schluss die Treue gehalten haben“, ist Riepl dabei, für alle – auch gemeinsam mit dem AMS – neue Arbeitsplätze zu finden. Er ist zuversichtlich: „Gutes Personal wird immer einen Platz finden.“

"Ich hab's wirklich gern gemacht"

Seine politische Funktion lege er freiwillig zurück. „Ich will nicht, dass das im Wahlkampf dann vielleicht gegen die ÖVP verwendet wird. Das hat das Team nicht verdient.“ Riepl habe sich in der ÖVP-Riege sehr wohlgefühlt, darum ist es ihm wichtig, auch hier einen vernünftigen Abschluss zu finden. 

Für seine Zeit in der Politik und in der Kammer ist er dankbar, er habe viele neue Erfahrungen gesammelt, Freunde gewonnen und dazugelernt. „Allein beim Wald“, lacht Riepl, der seit März 2015 Stadtrat war.

„Ich hab’s wirklich gern gemacht, aber die Prioritäten verschieben sich jetzt wieder“, will er sich mehr auf seine Familie konzentrieren.