"Immer Ausreden": Göllersdorf will Ausbau auf S 3. Brücken-Sanierung steht an: Göllersdorf will S 3 adäquat ausgebaut haben.

Von Sandra Frank. Erstellt am 03. März 2021 (05:12)
Bürgermeister Josef Reinwein kämpft für Ausbau der S 3.
Monihart

Vor Sperren der Weinviertler Schnellstraße S 3 graut den Göllersdorfern, denn dann werden um die 15.000 Fahrzeuge durch die Ortschaften umgeleitet. Für 2024 wird nun die Generalsanierung der Brücke Großstelzendorf ins Auge gefasst. Während der Bauzeit wird der Verkehr durch die Orte fließen.

„Die Gemeinde darf entscheiden, ob wir eine etwa zwölfwöchige Totalsperre haben wollen, oder ob nur halbseitig gesperrt wird. Dann verlängert sich die Bauzeit natürlich“, sagt Bürgermeister Josef Reinwein (ÖVP). Diese Chance soll genutzt werden, um die Engstelle zwischen Großstelzendorf und Göllersdorf vernünftig auszubauen. So könne verhindert werden, dass künftige Umleitungen durch Großstelzendorf und Göllersdorf führen.

„Wir werden nicht von unserem Standpunkt abweichen, dass das Teilstück ausgebaut werden soll.“ Bürgermeister Josef Reinwein

Dazu verfasste die Gemeinde nun eine Resolution, die in der Vorwoche im Gemeinderat einstimmige Zustimmung fand. „Wir werden nicht von unserem Standpunkt abweichen, dass das Teilstück ausgebaut werden soll“, gibt sich Reinwein kämpferisch. Er hat dieses Thema bereits in einigen – persönlichen – Terminen mit der Asfinag angesprochen. „Es gab immer wieder andere Ausreden, um hier nicht tätig zu werden“, berichtet der Gemeindechef im NÖN-Gespräch.

Nachdem nun aber die S 3 von Hollabrunn nach Guntersdorf verlängert wurde und auch im Bereich Stockerau eine Erweiterung der A22 angedacht sei, sei es jetzt an der Zeit, die Lücke zwischen Göllersdorf und Großstelzendorf zu schließen. „Bei einer Sperre geht der ganze Verkehr durch den Ort, das ist mühsam“, weiß Mandatar Michael Deninger (Bürgerliste Göllersdorf). Bürgermeister Reinwein erinnert etwa an die Hangrutschung am „Langen Berg“. Hier wurde großräumig umgeleitet, während die S 3 gesäubert wurde. Ein ganzer Konvoi habe einen vermeintlichen Abkürzer über Wischathal nehmen wollen und sei dann im Acker steckengeblieben.

„Die Lebensqualität an der S 3 hält sich in Grenzen, wird aber von der Bevölkerung in Göllersdorf und Großstelzendorf aufgrund der guten Verkehrsanbindung akzeptiert“, heißt es in der Resolution. Hier denkt Reinwein auch an die – fehlenden – Lärmschutzmaßnahmen. „Diese sind zwar teilweise angedeutet, aber in keinster Weise so umgesetzt, dass wir für unsere Ortschaften an der S 3 den optimalen Lärmschutz hätten“, klagt der Bürgermeister. Etwa im Bereich der Unterführung, da gebe es Richtung Norden überhaupt keinen Lärmschutz.

Dieses Thema findet sich auch in der Resolution wieder. Die vorhandenen Lärmschutzwände seien zu niedrig oder schlicht zu kurz. „Uns wurde bei der Brücke in Großstelzendorf immer wieder gesagt, dass der Randstreifen die Belastung einer höheren Lärmschutzwand nicht tragen kann“, ist in dem Schreiben zu lesen. Dies sei ein Grund, die Brücke dort neu zu errichten.

Für die Gemeindevertreter sei es jedenfalls nicht zu akzeptieren, dass die S 3 laut Asfinag für den jetzigen und zukünftigen Verkehr bis 2030 ausreichend Kapazität habe, wenn bei jeder anfallenden Streckenwartung der Verkehr durch die beiden Ortschaften umgeleitet werden müsste.

Darum fordert der Gemeinderat, dass die S 3 zwischen Göllersdorf und Großstelzendorf ausgebaut werde. Wesentlich dabei sei, dass die Brücken für drei Spuren umgebaut werden. So werde die Strecke sicherer und Umleitungen durch das Ortsgebiet werden vermieden. Und: Auf Höhe der Shell-Tankstelle soll Richtung Hollabrunn ein ausreichender Beschleunigungsstreifen – statt einer Stopptafel – hergestellt werden.