Hermi-Oma: „Gibt immer eine Lösung“. Wenn Susanne Berger aus Schöngrabern zur Hermi-Oma wird, sind Lockenwickler & Lebensweisheiten nicht weit.

Von Sandra Frank. Erstellt am 23. Oktober 2020 (04:39)
Die Hermi-Oma ist ein beliebter Charakter in den Videos von Lebensberaterin Susanne Berger. „Die Hermi-Oma will die Welt verbessern.“
Mathea Berger

Drei Lockenwickler auf dem Kopf und eine Kleiderschürze über dem Outfit – so sieht die Hermi-Oma aus. Sie tauchte in den Videos der diplomierten Lebensberaterin und Kinesiologin Susanne Berger auf. Vom ersten Video an war die Hermi-Oma der Liebling der Herzen und ist nun Botschafterin der Schöngraberner Praxis Berger. Die NÖN fragte bei Lebensberaterin Berger nach, warum sich die Hermi-Oma in ihre Videos eingeschlichen hat.

NÖN: Warum haben Sie damit begonnen, Videos zu drehen?

Susanne Berger: Im Corona-Lockdown haben sich die Anfragen gehäuft. Klienten durften wir aber nicht empfangen. Weil ich mit dem Antworten fast nicht mehr nachgekommen bin, habe ich mir überlegt, wie ich auf einen Schlag möglichst viele Menschen erreichen kann. So haben die Videos begonnen.

Wie kam es zum ersten Auftritt der Hermi-Oma?

Berger: Ich war beim Bäcker einkaufen und hab‘ gehört, wie eine Kundin über ihre Migräne gesprochen hat. Da ist der Satz gefallen: „Kein Wunder, mir ist alles zu viel.“ In meinen Vorträgen erzähle ich immer die Geschichte einer älteren Dame, die unbewusst Migräne als Schutzschild benutzt hat, weil sie nicht Nein sagen konnte. Darüber wollte ich ein Video machen und da hab‘ ich mir gedacht: Ich lass‘ die Hermi-Oma reden.

Warum braucht es die Hermi-Oma, um Inhalte zu vermitteln?

Berger: Sie ist eine gute Ergänzung zu mir. Die Hermi-Oma hat schon viel erlebt, ist bodenständig und lebt alte Werte; sie ist gutmütig und aufopfernd. Dennoch ist sie eine moderne Oma und offen für Neues. Ich arbeite in letzter Zeit mit vielen älteren Menschen, die über verschiedene Wege in die Praxis Berger kommen. In meinen Videos will ich verschiedene Facetten und verschiedene Charaktere zeigen. Bei der Hermi-Oma bin ich hängen geblieben (lacht); auch, weil sie viele Fans im Internet hat.

Was macht die Hermi-Oma aus? Was lieben die Fans an ihr?

Berger: Sie will die Welt verbessern. Es gibt immer einen Grund, es gibt immer eine Lösung. Daran glaubt die Hermi- Oma. Sie ist schrullig, selbstkritisch und nimmt Dinge nicht einfach hin. Sie ertappt sich selbst beim Gatschen über andere; dann gehen ihr aber die Lichter auf und sie hinterfragt sich.

Ein Video zeigt die Hermi-Oma in einem Sarg. Darin sitzt sie und erzählt eine Geschichte über eine Frau, die stets zurücksteckte; als sie endlich anfing, ihr Leben zu leben, ist sie gestorben. Wie haben die Zuseher darauf reagiert?

Berger: Ich war selbst überrascht, dass sogar ältere Menschen gut reagiert haben. Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen. Die Hermi- Oma zeigt in dem Video, dass es nie zu spät ist, etwas in seinem Leben zu ändern – erst im Sarg. Ich bin sehr dankbar, dass die Bestattung Frittum gleich Ja zu meiner Idee gesagt und das Video sogar auf ihre Webseite gestellt hat. Gerade sie erleben immer wieder, dass der Tod ein Tabuthema ist, obwohl es so wichtig ist, darüber zu sprechen.

Woher kommen die Ideen zu den Videos, die Sie jeden Mittwoch auf Facebook hochladen?

Berger: Es sind Gespräche und Situationen, die mich berühren; die Impulse sind spontan aus meinem Leben und aus der Praxis gegriffen. Wenn ich zum Beispiel jemanden über einen anderen lästern höre. Ich glaube, die Leute machen das nicht bewusst. Mir ist es dann wichtig, das Thema von der anderen Seite zu beleuchten. Es gibt immer einen Grund, warum sich ein Mensch so oder so verhält. Die Hermi-Oma sucht Lösungen. Die gibt es immer. In Geschichten findet man sich einfacher wieder als in therapeutischen Einheiten.

Welches Feedback erhalten Sie?

Berger: Es ist überwältigend und sehr berührend. Viele bedanken sich, dass ich die Themen so lebensnah veranschauliche.