Sieben "Goldene Igel" im Bezirk Hollabrunn. Die Jubiläumstour von "Natur im Garten" machte in Hollabrunn Halt. Bei der Feier mit Landesrat Martin Eichtinger und Fernsehgärtner Karl Ploberger wurden einige Gärten ausgezeichnet.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 23. März 2019 (14:57)

Die ökologische Garteninitiative aus Niederösterreich „Natur im Garten“ feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumstour durch Österreich. 

Halt machte „Natur im Garten“ dabei auch im Stadtsaal Hollabrunn, wo Landesrat Martin Eichtinger, Bio-Paradegärtner Karl Ploberger und Reinhard Kittenberger, Obmann der Gärten Niederösterreichs und Hollabrunns Stadtrat Karl Riepl gern mitfeierten.


Krawattenpflicht im Radieschen-Beet

Der Stadtsaal war mit 500 Gartenliebhabern aus dem Weinviertel gefüllt, als Ploberger die Bühne betrat. Ploberger, der mit sechs Jahren im elterlichen Garten in Vöcklabruck die ersten Zyklamen einsetzte, gab witzige Einblicke in seine ersten Fernsehauftritte: 1993 drehte er die erste Sendung. Damals herrschte noch Krawattenplicht im ORF. So stand er dann mit Krawatte ausgerüstet im Garten und zog Radieschen. Da konnte er den damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher doch davon überzeugen, dass das nicht zusammenpasst.


Auf Streifzug durch Plobergers Garten

Ploberger nahm die Zuschauer mit auf einen Streifzug durch seinen herrlichen Garten in Seewalchen am Attersee. Er begann mit dem Vorfrühling, wo sich die ersten Blumen, nämlich die „Winterlinge“ aus der Erde strecken. 

Im Erstfrühling ging es weiter mit den Schneeglöckchen, von denen es derzeit 200 verschiedenen Arten gibt. In London wurde so ein Schneeglöckchen um 1.700 Pfund ersteigert. Das Vorfrühlingsalpenveilchen oder Cylamen coum nimmt auf Plobergers persönlicher Hitliste von Frühlingsblumen den ersten Rang ein.

"Transportproblem" bei "Mitzi Schindler"-Erdbeere

Die „Neue Mitzi Schindler“-Erdbeere ist für den Fernsehgärtner zurzeit die beste Wahl unter den roten Beeren. „Leider hat sie ein großes Transportproblem, denn man bringt sie schwer von dem Garten in die Küche, “ stellte Ploberger schmunzelnd fest. 

Der Lebkuchenbaum oder auch als Judas Blattbaum bekannt, steht im Herbst in voller Blüte. „Der Baum duftet dann zwei Wochen lang nach Lebkuchen und Karamell,“ fährt Ploberger begeistert fort.

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Brennnesseln am Boden und Regenwürmer schlagen Purzelbäume"

Auch auf die trockenen Böden im Weinviertel ging Ploberger ein: „Wenn man Brennnesseln auf die Erde gibt, bleibt der Boden feucht und die Regenwürmer schlagen Purzelbäume, “ meinte er dazu. Über das richtige Gießen merkte der Gärtner abschließend an: „Man gießt immer nur unten und nicht oben drüber.“


Nach so vielen Infos über ökologisches und nachhaltiges „Gartln“ brachten die Burschen von der Mostviertler Musikgruppe „last minute callboys“ die Stimmung im Stadtsaal zum Brodeln. 

"Goldener Igel" wurde vergeben

„Natur im Garten“-Landesrat Martin Eichtinger und Reinhard Kittenberger übergaben die Auszeichnung „Goldener Igel“ an die „Schaugarten“-Besitzer im Bezirk Hollabrunn:

  • Brigitte Fröhlich aus Ziersdorf
  • Waltraud Hofer von der Amethystwelt Maissau
  • Thomas Gräser für den Kräutergarten der Caritas Retz
  • Helga Donnerbauer und Christian Übl für den Nationalpark Thayatal
  • Susanne Mitas aus Schöngrabern
  • Silvia Wagner vom Frauenbeschäftigungsprojekt Luna
  • Peter Steinbach für den Englischen Garten am Heldenberg.


Die Auszeichnung „Große Klappe“ aus dem Bezirk Hollabrunn durfte ebenfalls Brigitte Fröhlich entgegennehmen, da  Ploberger bereits zwei Mal für seine Sendung „Natur im Garten“ im Schaugarten in Ziersdorf war.