Verkehrsanbindungen als Zankapfel zwischen Grünen & VP. Grüne wollen Wegeausbau. ÖVP will nicht neu versiegeln.

Von Sandra Frank. Erstellt am 10. Januar 2020 (05:58)
Corinna Wegscheider fühlt sich unsicher, wenn sie mit dem Rad von Sonnberg nach Hollabrunn fährt – neben Lkw und Traktoren. Georg Ecker fordert besseren Ausbau der Radwege.
Die Grünen

Die Grünen fordern bessere Verkehrsanbindungen. Das umfasst zum einen die Buslinien von den Katastralgemeinden zum Hollabrunner Bahnhof sowie alltagstaugliche Radwege.

Martin Klus ist Kandidat der Grünen, Aspersdorfer und Pendler. „Es ist unmöglich, mit dem Bus von Aspersdorf zum Bahnhof nach Hollabrunn zu gelangen und rechtzeitig den Zug zu erwischen.“ Ohnehin gebe es nur eine einzige Verbindung zum Zug um 7.45 Uhr. Und das, obwohl der Weg von Aspersdorf nach Hollabrunn sogar in der VOR-Jahreskarte (Verkehrsverbund Ostregion) inkludiert sei. „Ich bezahle für den Service, kann es aber nicht nutzen“, ärgert sich Klus. Abends gibt es übrigens auch nur eine Verbindung: Der letzte Bus nach Aspersdorf fährt um 17.50 Uhr.

„Die Gemeinde muss sich für eine bessere Anbindung der Katastralgemeinden mit öffentlichen Verkehrsmitteln einsetzen“, steht für Grünen-Spitzenkandidat Georg Ecker fest. Es brauche Verbindungen, die auf die Abfahrtszeiten der Züge abgestimmt sind. „Damit würde auch das Verkehrschaos zu den Stoßzeiten verringert werden“, ist er überzeugt. Aspersdorf sei keine Ausnahme. „Zumindest zu den Stoßzeiten müssen neue Verbindungen her.“

„Wir sind laufend in Verhandlungen mit dem VOR“, sagt der zuständige ÖVP-Stadtrat Josef Keck. Ende Februar gebe es einen erneuten Termin. Die Gespräche seien ins Stocken geraten, weil der Ansprechpartner der Gemeinde seit Juni in Väterkarenz ist. „Wir haben das auch Herrn Klus erklärt, dass wir natürlich an einer Lösung interessiert sind“, betont Keck im NÖN-Gespräch.

„Unsere Landschaft ist ideal für Radtouren“

Radrouten in die Katastralgemeinden für Alltagswege und Tourismus sind für die Grünen ebenso unterlässlich. „Wenn ich mit dem Rad von Sonnberg nach Hollabrunn fahren möchte, muss ich auf der Landstraße fahren“, spricht Kandidatin Corinna Wegscheider von einem gefährlichen Unterfangen. Da komme es durch den motorisierten Verkehr zu „brenzligen und unangenehmen Situationen“. Die Bewegungsfreiheit sei eingeschränkt.

Es geht auch ohne neue Versiegelung, meint ÖVP-Stadtrat Josef Keck.
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„Ich möchte, dass Menschen aus den Katastralgemeinden das Verkehrsmittel frei wählen können“, fordert Ecker. Das sei nicht nur für kurze Alltagswege relevant, auch der touristische Aspekt dürfe nicht vernachlässigt werden. „Wir leben in einer schönen Landschaft, die ideal für Radtouren ist“, meint der Landtagsabgeordnete. Mit sicheren Radwegen würde der Tourismus rund um Hollabrunn angekurbelt werden.

„Es ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Keck. Zum einen soll es für jeden Verkehrsteilnehmer eigene Wege geben, zum anderen soll kein Boden mehr versiegelt werden. Das geschehe aber, wenn neue Radwege asphaltiert werden müssen. Darum setzt der Sonnberger auf Bewusstseinsbildung und will die Fahrschulen mit ins Boot holen. Erste Gespräche soll es im Frühjahr geben, um zu ermitteln, wie hier am besten vorgegangen werden kann. „Wenn jeder Verkehrsteilnehmer auf andere Rücksicht nimmt, dann braucht man sich auch als Radfahrer auf der Straße nicht fürchten“, ist Keck überzeugt.