Frischer Wind für Reiterhof in Grosskadolz. Markus Dungl kam im November nach Großkadolz, um einen Kurs zu halten. Jetzt hat der Pferdetrainer den Reiterhof gekauft.

Von Sandra Frank. Erstellt am 20. Juli 2019 (12:18)
Sandra Frank
Knapp fünf Hektar groß ist die Reitanlage, die künftig den Namen „Zeillerhof“ tragen wird, am Ende der Kellergasse in Großkadolz. Markus Dungl zog mit seiner Lebensgefährtin Barbara und Sohnemann Jonathan von der Steiermark zurück ins Weinviertel, um auch hier in Kursen und Trainings die Reiter seine Philosophie im Umgang mit Pferden zu lehren, nämlich harmonisch und ganz ohne Zwang.

Dass der 17. November das Ende einer langen Suche sein sollte, ahnte Markus Dungl nicht, als er sich wenige Tage zuvor mit der NÖN traf, um von seiner Arbeit mit Pferden zu erzählen. Er ist gebürtiger Sonnberger, entdeckte durch seine Freundin Barbara seine Faszination für Pferde und sein Talent, mit ihnen in Balance und Harmonie zu arbeiten.

Die dreiköpfige Familie lebte zu diesem Zeitpunkt 2018 noch im Grazer Umland und hatte dort einen Hof mit den eigenen Pferden. Der gelernte Kfz-Techniker trainierte die Huftiere und deren Reiter. Und eben am 17. November des Vorjahres gab er einen seiner Kurse auf der Horse-Farm in Großkadolz. Da kam der Stein ins Rollen.

„Wir wollen Wanderreiten. Dort, wo früher der Stacheldraht war, ist heute ein ausgebauter Grenzweg.“Markus Dungl über seine Zukunftspläne

„Ich fahre gerade von der Steiermark nach Niederösterreich“, meldete sich der 34-Jährige am NÖN-Telefon mit Neuigkeiten: Das knapp fünf Hektar große Areal am Ende der Großkadolzer Kellergasse gehört mit all seinen Gebäuden seit 1. Juli Dungl. Er zog mit Frau, Kind und den vier Pferden zurück ins Weinviertel; ein Wunsch, den die drei schon länger hegten. „Es war aber schwierig, etwas Passendes zu finden.“

Der frühere Besitzer des Reiterhofs, Ronald Zeiller, war begeistert davon, wie Dungl mit den Pferden arbeitete. Der 84-Jährige war länger auf der Suche, nach jemandem, der die Anlage übernimmt. Den Reiterhof hat er selbst aufgebaut, als er bereits Pensionist war. „Er ist sicher, dass wir den Hof in seinem Sinne weiterführen“, erzählt Dungl.

Jetzt gehört die Reiterfarm den Dungls, Zeiller hat dort noch Wohnrecht und steht dem jungen Paar beratend zur Seite, wenn es nötig ist. Etwa 20 Pferde sind dort eingestellt.

Wanderreiten entlang der ehemaligen Grenze

Wie die Zukunftspläne von Markus Dungl aussehen? Er will, ebenso wie früher in der Steiermark, Kurse anbieten, um seine Philosophie der Arbeit mit den Pferden weiterzugeben. Er setzt auf eine positive Beziehung zum Pferd, mit dem Hauptaugenmerk auf die physische und psychische Gesunderhaltung der Tiere auch unter dem Sattel.

„Außerdem wollen wir Wanderreiten anbieten“, kennt der 34-Jährige die Region bereits. Dort, wo früher ein Stacheldraht Österreich vom Nachbarland Tschechien trennte, ist heute ein gut ausgebauter Grenzweg.

„Wir sind sehr froh, dass wir das hier gefunden haben“, sagt Dungl mit Blick auf sein Anwesen in sehr ruhiger Lage. Künftig soll es den Namen „Reitanlage Zeiller-Hof“ tragen. Wenn die Leute von der Anlage sprechen, dann sagen sie nur „beim Zeiller“.

„So kennt sie jeder, das wollen wir beibehalten“, erklärt Dungls Lebensgefährtin Barbara. Die große Reithalle verfügt über eine Tribüne samt Richterhäuschen, das mit Mikrofonen und Tonanlage ausgestattet ist. Ein perfekter Ort, um Kurse, aber auch Turniere abzuhalten, wie Dungl beim Rundgang strahlend berichtet.