Maissau will sein Wasser behalten. Gemeinde fördert aus zwei Brunnen, muss aber wertvolles Nass zukaufen.

Von Günter Rapp. Erstellt am 06. August 2020 (04:39)
Das Wasserreservoir am Alten Berg aus den 1960er-Jahren ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Wasserversorgungsanlage der Stadt Maissau.
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Die Trinkwasservorräte der Gemeinde sollen auf alle Fälle weiterhin im Gemeindebesitz bleiben. Nachdem sich Gerüchte gemehrt hatten, es würde Interesse überregionaler Wasserversorger an Brunnenfeldern von Kommunen bestehen, fragte die NÖN bei VP-Bürgermeister Josef Klepp nach.

Der Gemeindechef schließt eine Veräußerung der Wasserreserven kategorisch aus. „Es ist wichtig, dass die Gemeinde über eigene Trinkwasservorräte verfügt. Das ist ein Bestandteil der Versorgungssicherheit.“ Er bestätigt allerdings auch, dass es in der Vergangenheit immer wieder Anfragen seitens der EVN Wasser gab, was die gemeindeeigenen Wasservorkommen betrifft.

Derzeit liegt der Wasserverbrauch im gesamten Gemeindegebiet bei rund 125.000 m³ pro Jahr und steigt jährlich um etwa drei Prozent. Die benötigte Wassermenge wird von der EVN Wasser (65.000 m³), vom Brunnen Reikersdorf (50.000 m³) und vom Brunnen Sonndorf (10.000 m³) bezogen. Letzterer hat allerdings nur eine geringe Ergiebigkeit und muss deshalb mehrmals im Jahr vom Netz genommen werden. Mehr als 10.000 m³ Wasser werden pro Jahr an die Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring zur Speisung des Hochbehälters Sachsendorf verkauft.

Gleichzeitig weist Stadtchef Klepp darauf hin, dass die Stadtgemeinde Maissau ein technisch aufwendiges und gut funktionierendes Leitungsnetz zu betreuen habe. Deshalb sei es notwendig gewesen, die Wasserbezugsgebühr und Bereitstellungsgebühr ab 1. Juli 2020 zu erhöhen. Damit könne auch zukünftig eine sichere Wasserversorgung gewährleistet werden. Die letzte Erhöhung habe es im Jahr 2011 gegeben.

„Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist der Wasserverbrauch in den letzten Jahren verstärkt gestiegen“, sagt Klepp. „Trotzdem konnte die Versorgung der Bevölkerung mit wertvollem Trinkwasser ohne Probleme durchgehend aufrechterhalten werden.“