Stipendium für Schülerin mit Migrationsgeschichte

Raissa Patricia Rat lebt seit zweieinhalb Jahren in Hollabrunn. Seit diesem Schuljahr ist die 17-Jährige eine „START-Stipendiatin“.

Erstellt am 05. Dezember 2021 | 05:18
Lesezeit: 3 Min
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Raissa Patricia Rat mit Hypo-NÖ-Vorstand Wolfgang Viehauser bei der Begrüßung der diesjährigen Stipendiaten.
Foto: Verein START-Stipendien Niederösterreich

Das START-Stipendium wird jährlich für engagierte Schüler mit Migrationsgeschichte vergeben, um diese auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, an Seminaren teilzunehmen, außerdem erhalten sie materielle Förderung sowie Begleitung und Beratung. Dieses Jahr feiert START-Niederösterreich sein fünfjähriges Bestehen. Die NÖN sprach mit einer Stipendiatin aus Hollabrunn.

NÖN: Seit wann bist du schon in Österreich und was waren deine ersten Eindrücke?

Raissa Patricia Rat: Nach Österreich gekommen bin ich im Juni 2019. Die deutsche Sprache konnte ich anfangs gar nicht, deshalb habe ich zuerst einen dreimonatigen Sprachkurs in Hollabrunn gemacht. Anfangs dachte ich noch, dass die Menschen in Österreich ziemlich „kalt“ sind.

Wie war dein Sprachniveau nach dieser Zeit?

Raissa: Ich habe im Sprachkurs die Basics gelernt, konnte also sagen, wie ich heiße, woher ich komme und so weiter. In der Schule habe ich mein Niveau aber mehr und mehr verbessert. Besonders durch die Teilnahme am Unterricht habe ich viel gelernt. Das tägliche Zuhören, Sprechen und Schreiben in der deutschen Sprache hat mir sehr geholfen.

Wie hast du dich in deiner neuen Schule und in der Stadt eingelebt?

Raissa: Zu Beginn habe ich ein anderes Mädchen kennengelernt, welches auch neu in der Klasse war. Sie hat mir sehr geholfen. Am Anfang haben wir Englisch gesprochen. Auch die Professoren waren sehr nett und hatten Verständnis für meine Situation. Im zweiten Semester hatte ich bereits gute Noten, weil ich viel gelernt habe. In Hollabrunn bin ich oft unterwegs, weil meine Freundinnen hier wohnen. Wir gehen spazieren oder machen Hausaufgaben zusammen. Einmal waren wir im Wiener Prater.

Wieso hast du dich damals für das Bundesgymnasium entschieden?

Raissa: Ich wusste nicht genau, wie das Schulsystem in Österreich funktioniert. Ich wollte schon zu dieser Zeit Architektin werden. Für das Gymnasium habe ich mich entschieden, weil ich gedacht habe, dass man dort viel über Mathematik lernt. Mathe gehört, zusammen mit Chemie und Zeichnen, zu meinen absoluten Lieblingsfächern.

Was waren die Gründe für das Auswandern von Rumänien nach Österreich?

Raissa: Meine Mama hat bereits in Österreich gelebt. Ich wollte etwas Neues probieren und dachte, dass Österreich ein schönes Land ist und hier die Berufssituation und das Gesundheitssystem besser sind.

Wie bist du zum START-Stipendium gekommen?

Raissa: Im April 2021 erzählte mir mein Klassenvorstand davon. Ich hatte nichts zu verlieren und hoffte, dort viel zu lernen. Nach einer schriftlichen Bewerbung und einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch, bei dem ich über meine Ziele und Beweggründe erzählte, wurde ich schließlich angenommen.

Wie hast du durch das Stipendium profitiert?

Raissa: Ich konnte an verschiedenen Workshops teilnehmen. Beispielsweise führten wir im „Vienna Open Lab“ Experimente durch und befassten uns mit der Technik hinter den PCR-Tests. Für mich ist START wie eine Familie, ich habe dadurch viele nette Menschen und neue Freunde kennengelernt.

www.start-stipendium.at