Volksbegehren fordert Ethik für alle. Eytan Reif wirbt mit namhaften Unterstützern für einen Ethikunterricht für alle Schüler.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 25. April 2019 (04:49)
APA/Georg Hochmuth
Einige der Initiatoren (v.l.): Thomas Bulant, Lisz Hirn, Peter Kampits, Eytan Reif, Heinz Mayer und Anton Bucher.

Ein Ethikunterricht als Alternative zum Religionsunterricht, wie ihn Bildungsminister Heinz Faßmann ab dem Schuljahr 2020 angekündigt hat, ist einer Gruppe von Experten zu wenig. Unter der Leitung des Waschbachers Eytan Reif fordern namhafte Vertreter aus Bildung, Recht und Philosophie einen Ethikunterricht für alle Schüler sowie eine adäquate Ausbildung der Lehrer. Ein zusätzlicher Besuch eines Religionsunterrichts wäre davon nicht ausgeschlossen.

Zahlreiche Unterstützungs-E-Mails freuen Reif

Seit Anfang April werden Unterstützungserklärungen gesammelt; 8.401 sind nötig, um ein entsprechendes Volksbegehren einleiten zu können. Diese Hürde plant man, noch vor dem Sommer zu nehmen. Eine Woche nach der Erstpräsentation hätten bereits 1.100 Menschen unterschrieben. Jede Unterstützungserklärung zählt auch als Unterschrift für das folgende Volksbegehren.

Die zahlreichen Unterstützungs-E-Mails, insbesondere von Pädagogen, freuen Reif. Von mehreren Ethiklehrern sei der Umstand kritisiert worden, dass infolge des Regierungsbeschlusses der Ethikunterricht künftig nur im Schatten des Religionsunterrichtes als nachrangiges Fach existieren würde.

Für Reif, der sich auch seit Jahren für die Entflechtung von Religion und Staat einsetzt, sei das Volksbegehren wichtig, „da die Bedeutung eines Ethikunterrichts sowohl für die Förderung einer kritisch denkenden Jugend als auch für die Festigung des gesellschaftlichen Zusammenhalts nach wie vor politisch ignoriert wird“.

Georg Ecker: „Ethik ist wichtig für Integration“

Als Vater sei es ihm wichtig, dass seine Kinder sich in der Schule mit Freunden im Rahmen eines gemeinsamen Unterrichts „über Gott und die Welt“ austauschen und erst nach einer offenen Diskussion ihre Meinung bilden können.

Landtagsabgeordneter Georg Ecker ist ebenfalls einer der 15 Initiatoren des Volksbegehrens. Für den Grün-Politiker leiste ein Ethikunterricht nachweislich einen wertvollen Beitrag zur Integration. „Kinder und Jugendliche begegnen einander auf Augenhöhe und lernen, andere Kulturen, Religionen und Traditionen zu akzeptieren und zu respektieren“, begründet Ecker.

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