Neuerscheinung: Über den Untergang der "Ära Leinwand". Ein Buch der Edition Winkler-Hermaden widmet sich den verschwundenen Kinos im Weinviertel.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. November 2019 (05:55)
Das im Jahr 1925 eröffnete Hollabrunner Kino ist seit 2005 endgültig geschlossen und dämmert seitdem, äußerlich fast unverändert, vor sich hin.
Karl und Martin Zellhofer

Es gab eine Zeit, in der das Kino als wichtige, wenn nicht sogar wichtigste Quelle für Unterhaltung und Information diente. So existierten allein im Weinviertel einst über 100 Kinostandorte.

Allein 17 Lichtspielhäuser waren in früheren Jahren im Bezirk vorhanden: Breitenwaida, Göllersdorf, Guntersdorf, Hadres, Haugsdorf, Hollabrunn, Mailberg, Maissau, Obritz, Pernersdorf, Pulkau, Ravelsbach, Seefeld-Kadolz, Sitzendorf, Untermarkersdorf, Wullersdorf und Ziersdorf.

Heute sind nur noch die Retzer Stadtlichtspiele im Bezirk aktiv. Die große Zeit der Kinos ist längst vorbei. Zunehmende Mobilität der Bevölkerung in den Nachkriegsjahren, vor allem aber das Aufkommen des Fernsehers, ließen Besucherzahlen sinken und im Lauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr Kinos zusperren.

Früher großes Kino, heute Garage oder Lager

Die meisten der ehemaligen Kinos im Weinviertel sind spurlos verschwunden. Sie wurden abgerissen oder dienen nach Umbauten als Lagerhalle, Wohnung, Wirtshaussaal oder Garage, deren ursprüngliche Funktion kaum noch erkennbar ist.

Nur wer genau hinsieht, kann noch Spuren entdecken. Gelegentlich finden sich sogar noch mehr oder weniger unveränderte, aber verlassene und verfallende Lichtspielhäuser oder Vorführräume mit Filmprojektoren und weiterem Equipment.

Karl und Martin Zellhofer dokumentieren die noch vorhandenen Spuren dieser versunkenen Welt und geben Einblicke in ehemalige Kinos und Vorführräume.

Ihr Buch zeigt alte Filmplakate, Eintrittskarten und Werbedias. Es bewahrt ein Stück Geschichte davor, in Vergessenheit zu geraten. Denn eines ist klar: Irgendwann sind auch die heute noch erkennbaren Spuren verschwunden. -cp-

„Verschwundene Kinos im Weinviertel“ von Karl und Martin Zellhofer. 120 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Faksimiles.