Verletzt mit Filmriss: Weinviertler Party mit Nachspiel. Zellerndorfer Clubbing hatte Nachspiel. Vermeintliches Opfer wachte in der Früh verletzt auf und wusste nicht, was los war.

Von Sandra Frank. Erstellt am 16. Januar 2020 (04:04)
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Einem Security-Mitarbeiter wurde vorgeworfen, bei einem Clubbing in Zellerndorf einen Burschen einen Faustschlag versetzt zu haben, der bereits auf dem Boden lag. Der 22-Jährige plädierte vor Bezirksrichter Erhard Neubauer auf nicht schuldig.

Der Vorfall trug sich gegen 3 Uhr morgens zu: Ein 19-Jähriger soll gestänkert haben, die Securitys setzten ihn vor die Tür. „Er war so stark alkoholisiert, er konnte nicht einmal stehen“, erinnerte sich der Angeklagte.

Der Betrunkene sei gemeinsam mit seinem ebenso alkoholisierten Bruder weggegangen, dürfte es sich dann jedoch anders überlegt haben und lief auf die Sicherheitskräfte zu. „Wir hatten das Gefühl, er wollte durch uns durchlaufen, um wieder aufs Clubbing zu kommen“, erzählt der 22-Jährige, warum er und sein Kollege den Betrunkenen zurückgestoßen haben.

„Was wär‘ ich für ein Mensch, wenn ich noch zuschlagen würd‘, wenn einer am Boden liegt?“Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld.

Dabei sollen alle drei gestolpert und einen Hang hinuntergefallen sein. „Und da wurde leider noch ein Schlag vergeben“, will sich ein Zeuge (19) erinnern. Er sei an diesem Tag Autofahrer und darum nüchtern gewesen. „Ich bin hingelaufen und hab‘ geschrien: Stopp! Das reicht!“ Sein Freund habe im Gesicht geblutet, darum wurde die Rettung verständigt.

Ob das Opfer vom vermeintlichen Schlag oder vom Sturz verletzt worden war, konnte der Zeuge nicht mit Sicherheit sagen. Den Angeklagten konnte er zudem nicht als denjenigen identifizieren, der zugeschlagen haben soll.

„Ich bin seit Jahren Security, ich weiß, wie man mit solchen Situationen umgeht“, beteuerte der Sicherheitsmitarbeiter. Er sei nicht aggressiv und habe keinen Schlag gesetzt. „Was wär‘ ich für ein Mensch, wenn ich noch zuschlagen würd‘, wenn einer am Boden liegt?“

Das Opfer selbst konnte nicht zur Klärung beitragen: „Ich hab‘ sehr viel getrunken und war schwer alkoholisiert“, sprach der junge Mann von mindestens 15 Mixgetränken in dieser Partynacht. „Man muss dazusagen: Wir haben vorher ein Fußballmatch gewonnen“, rechtfertigte er seinen Zustand. Das geschwollene Nasenbein und die aufgerissene Lippe habe er erst am nächsten Morgen bemerkt. „Ich hab‘ keine Ahnung, wie das passiert ist.“ Erst sein Freund habe ihm von dem Vorfall erzählt.

Ein damaliger Kollege des Angeklagten zeigte sich überzeugt, dass die Verletzungen des Opfers nur vom Sturz herrühren konnten. „Freispruch“, lautete schließlich das Urteil.