Neo-Direktorin Klucky: „NMS ist besser als ihr Ruf“. Direktorin Silvia Klucky setzt auf digitale Bildung und will das Image der Mittelschule verbessern.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 13. September 2019 (04:12)
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Mit dem neuen Schuljahr hat Silvia Klucky die Leitung der beiden Zellerndorfer Schulen von Wilhelm Ostap übernommen.

Der Schulbeginn brachte in Zellerndorf eine große Erneuerung. Nach der Pensionierung von Wilhelm Ostap übernahm Direktorin Silvia Klucky die Leitung der Volksschule und Mittelschule Zellerndorf.

Kleine Klassengröße als große Stärke

In der Vergangenheit hat die 49-Jährige bereits alle Instanzen der Schulen kennengelernt: Während der Schulzeit ihrer vier Kinder war sie viele Jahre Obfrau des Elternvereins, als Volksschullehrerin Teil des Kollegiums und nach Abschluss eines Schulmanagementstudiums ist sie nun seit August Direktorin. „Dadurch habe ich großes Verständnis für alle Seiten“.

Ihre Ziele steckt die Zellerndorferin hoch. „Die Mittelschule braucht eine Image-Kampagne. Sie ist sehr viel besser als ihr Ruf“. Als Pilotschule setze Zellerndorf bereits jetzt das „Pädagogikpaket Neu“ um, das ab 2021 verpflichtend eingeführt wird. Damit gibt es ab der sechsten Schulstufe zwei Leistungsniveaus und in den Hauptgegenständen zwei Lehrer pro Klasse.

„Bei Klassengrößen von durchschnittlich 15 Schülern ist hier eine wesentlich intensivere Betreuung möglich. Darin sehe ich unsere große Stärke“, unterstreicht Klucky, dass sowohl schwächere als auch sehr gute Schüler in der Mittelschule willkommen seien und individuell gefördert werden.

Auch will sie künftig noch mehr auf digitale Grundbildung setzen. In allen Klassen gebe es einen Informatik-Schwerpunkt, am Ende der vierten Klasse dann die Chance den Europäischen Computerführerschein (ECDL) zu absolvieren. Zusätzlich verfüge jeder Klassenraum über ein Smartboard und ab Oktober werde auch der Computerraum mit 21 neuen PCs ausgestattet.

Kleine Schule mit familiärem Umfeld

Neben den fachlichen Aspekten sieht Klucky den großen Vorteil ihrer Schule aber vor allem auf der persönlichen Ebene. „Wir sind eine kleine Schule mit einem sehr familiären Umfeld. Die Zusammenarbeit mit den Eltern, aber auch mit dem Lehrerkollegium funktioniert sehr gut und ist mir sehr wichtig“, unterstreicht Klucky und führt das sogar noch weiter. „Wir haben in Zellerndorf viele Vereine und ein sehr aktives Vereinsleben. Der Zusammenhalt ist groß. Die Kinder sind schon früh ein Teil davon und ich finde es schade, sie da herauszureißen und ihnen ihre Freizeit zu nehmen, indem man sie in den Zug oder Bus nach Hollabrunn setzt“. Dies käme dann in der Oberstufe ohnehin noch früh genug.

Aber auch in der Volksschule will die Direktorin neue Schwerpunkte setzen. In Zusammenarbeit mit dem Elternverein können die Schüler künftig in der Pause bei Obst und Gemüse aus der Region frei zugreifen.

Außerdem genießen sie eine tägliche Turnstunde mit externen Lehrern und können die Pausen gemeinsam mit den Mittelschülern draußen am Sportplatz verbringen. „Es ist schön, wie sich die Großen um die Kleineren kümmern“, legt Silvia Klucky Wert darauf die Schüler hier nicht zu trennen. Denn was ihr nicht nur bei den Lehrern am wichtigsten ist: „Gegenseitige Wertschätzung. Stimmen die Wertschätzung und der Respekt, funktioniert der Rest auch.“