Hardegg

Erstellt am 09. Juni 2018, 19:35

von NÖN Redaktion

14 Länder bei Klimagipfel im Thayatal. Experten aus 14 europäischen Ländern diskutieren über den Schutz von Grenzgebieten in den Nationalparks Podyjí/Thayatal.

Nationalpark Thayatal

Der globale Klimawandel, wenig Bodenwasser, heftige Starkregenereignisse: All das beeinflusst die Landschaft der grenzüberschreitenden Schutzgebiete. Über die Auswirkungen dieser Phänomene auf die Naturräume, über Modelle und Erfahrungen sowie darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen den Schutzgebietsmanagern vertieft werden kann, wurde nun in einer rund 60-köpfigen Expertenrunde intensiv gesprochen. Titel: „Bridges over troubled water“.

Nationalpark Thayatal

Im Rahmen des Treffens des Verbandes grenzüberschreitender Schutzgebiete (TransParcNet) begrüßten die beiden Direktoren Thomas Rothröckl vom tschechischen Nationalpark Podyjí und Christian Übl vom Nationalpark Thayatal ihre Gäste aus der Tschechischen Republik, Österreich und zwölf weiteren europäischen Ländern.

Obwohl im letzten Vierteljahrhundert die Niederschlagsmengen insgesamt gestiegen sind, verliert die Landschaft ihre Fähigkeit, das Wasser zu speichern. Ein besonderes Problem stelle die fortschreitende Versiegelung der Landschaft dar, die wesentlich zur Erwärmung beiträgt, sagte Jan Dušek von der Umweltgesellschaft Beleco. In Podyjí trocknen die Bäche und Quellen infolge dieser Veränderungen schneller aus. Darauf müsse man reagieren.

„Bei solchen Treffen bekomme ich viele neue Anregungen und Inspirationen. Einiges davon konnte ich bereits in eigenen Projekten erfolgreich anwenden“, schilderte Silke Weich vom Deutsch-Niederländischen Naturpark Maas-Swalm-Nette. „Wir helfen uns gegenseitig, die Probleme, mit denen wir zu tun haben, besser zu verstehen“, unterstrich Jochen Haider vom Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel, der mit dem ungarischen Fertő-Hanság Nationalpark verbunden ist.

Die Nationalparks von Podyjí und Thayatal selbst arbeiten seit fast 20 Jahren intensiv im Naturschutz zusammen. Für ihre Arbeit erhielten sie das Zertifikat für grenzübergreifenden Zusammenarbeit der Europarc-Föderation sowie das Europäische Diplom für Schutzgebiete des Europarates.