200 Waldviertler trafen sich in Horn zum Netzwerken

Erstellt am 30. September 2022 | 12:50
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Im Campus Horn trafen sich am Donnerstag Abend 200 Waldviertler Botschafter aus den 56 Mitgliedsgemeinden der Region zum Netzwerken und so ein gemeinsam ein deutliches Lebenszeichen zu setzten und zu zeigen, wie viele Menschen hinter dem Waldviertel stehen.

Gegründete wurde der Verein Interkomm die Community der Waldviertler-Botschafter, vor 13 Jahren. „Aktuell kann die Region auf das Engagement von mehr als 830 Menschen vertrauen“, berichtete Projektleiter Landtagsabgeordneter Franz Linsbauer von „Wohnen im Waldviertel“. Er sei der festen Meinung, dass das Waldviertel zu den schönsten Regionen gehöre. Hier würden Familie, Gemeinschaft, Natur, Vereinsleben und Zusammenhalt über alle Generationen  großgeschrieben. Diese Attribute seien die besten Voraussetzungen für eine optimale Wohnregion. Diese Vorteile künftig noch stärker herauszustreichen sei das Ziel von „Wohnen im Waldviertel“.

„Alte Bilder im Kopf" müssen verschwinden

Das Impulsreferat von Josef Wallenberger, unter dem Motto „Ein schönes Leben? Aber sicher! Wohnen im Waldviertel“ widmete sich den Veränderungen in der Region in den vergangenen Jahren. Wallenberger motivierte die Gäste anhand positiver, statistischer Kennzahlen, zeigte aber auch klar auf, dass die Arbeit im und für das Waldviertel angesichts der demografischen Entwicklungen weiterhin hart bleibe. Aus seiner Sicht wichtig: Man müsse mit den „alten Bildern“ des Waldviertels aufräumen.

So stimme es etwa nicht, dass dem Waldviertel die Menschen davonlaufen. Das zeige die Wanderungsstatistik deutlich: „Jährlich ziehen rund 4.500 Menschen (über 200 Menschen mehr zogen zu als weg) in diesen besonderen Teil Niederösterreichs.“ Problematisch sei hingegen die Geburtsrate zwischen 2009 und 2022  mit einem minus von 9.719. Außerdem widerlegte Wallenberger, dass das Waldviertel nicht nur Rückzugsland für Pensionisten ist.

Ferdinand Schopp vom AMS-Horn stellte fest, dass der Bezirk Horn mit einer Arbeitslosenquote von knapp 2 Prozent knapp an der Vollbeschäftigung liegt. Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier meinte, dass Sicherheit und Stabilitäten die vorrangigsten Ziele der Jugend seien. „Die Krisengeneration lässt sich nicht unterkriegen“, betonte er.

Projektmanagement Nina Sillipp mischte sich für die abschließende Interviewrunde unters Publikum. Landesrat Ludwig Schleritzko sagte dabei, er sehe das Ankämpfen gegen Vorurteile als Kernaufgabe und stellte fest: „Waldviertler zu sein ist eine Haltung.“ Als Landesrat wolle er ein verlässlicher Partner für die Region sein.

 Für die Besucher standen Information und Meinungsaustausch im Vordergrund. Viele prominente Vertreter der Region beteiligten sich. So entstand ein angeregter Gedanken- und Meinungsaustausch, der beim abschließenden Get-together im gemütlichen Rahmen weitergeführt wurde. Die musikalische Untermalung kam vom 5er Brass Ensemble der Musikkapelle Langau unter der Leitung von Harald Schuh.