Pfannhauser in Pension: „Gehe ohne viel Wehmut!“. Nach 45 Jahren im Bundesdienst, erst als Gendarm, dann als Polizist, davon 32 Jahre in seinem Heimatort Gars, tritt Friedrich Pfannhauser in den Ruhestand über.

Von Gerhard Baumrucker. Erstellt am 25. November 2018 (07:07)
Gerhard Baumrucker
Mit 1. Dezember wechselt der Kommandant der Polizeiinspektion Gars, Friedrich Pfannhauser, in den Ruhestand.

Mit Ende November tritt der Kommandant der Polizeiinspektion Gars Friedrich Pfannhauser in den Ruhestand. Aus diesem Anlass hat ihn die NÖN zum Interview gebeten.

NÖN: Herr Kommandant, wie sehen Sie Ihre bevorstehende Pensionierung?

Friedrich Pfannhauser: Ohne besondere Wehmut. Ich bin jetzt im 64. Lebensjahr und habe per 1. Oktober 45 Jahre Bundesdienstzeit absolviert. Die Zeit ist reif geworden, die Berufslast abzuwerfen und die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Ich will die weiteren Jahren mit meiner Gattin, meinen drei Kindern und den sechs Enkeln in unserem Haus in Gars genießen.

Warum haben Sie den Polizeiberuf gewählt?

Es ist die abwechslungsreiche Tätigkeit. Kein Tag gleicht dem anderen. Man muss innerhalb kurzer Zeit Entscheidungen für die anfallenden Probleme treffen.

„Als Polizist muss man als eine Art Selbstschutz abwartend und reserviert sein“

Wie ist ihre polizeiliche Karriere verlaufen?

Nach der Aufbaumittelschule in Horn und dem Präsenzdienst trat ich mit 1. Februar 1974 in die Bundesgendarmerie ein. Nach dem Grundausbildungslehrgang wurde ich auf den Gendarmerieposten St. Andrä-Wördern ausgemustert und kam 1976 nach Horn und schließlich 1986 nach Gars.

Wie sehen Sie Ihre Zeit als Leiter der Polizeiinspektion Gars?

Ich war bemüht, die Arbeit so weiterzuführen, wie ich es bei meinen Vorgängern gelernt habe. Mein Bestreben war stets, den hohen Qualitätsstandard unserer Arbeit und den guten Ruf bei Ämtern und Behörden aufrecht zu erhalten. Dafür, dass mir das gelungen ist, möchte ich mich herzlich bei meinem topmotivierten, engagierten Team bedanken. Wir konnten trotz eines mehrjährigen Fehlstandes eines Beamten ausgezeichnete Arbeit abliefern.

Was war während Ihrer langen Dienstzeit die größte Reform?

Meiner Meinung nach die Zusammenführung von Bundesgendarmerie, Sicherheitswache und Kriminaldienst in den einheitlichen Wachkörper „Bundespolizei“. Wir „Landgendarmen“ wurden Polizisten, bekamen neue Dienstautos auf Leasingbasis in einheitlichem Design und neue fesche blaue Uniformen. Somit war künftig bei Großeinsätzen ein einheitliches Erscheinungsbild gegeben.

Hat Sie der Polizeidienst geprägt?

Als Polizist muss man als eine Art Selbstschutz abwartend und reserviert sein. Das kommt allerdings nicht immer gut an! Er ist weitgehend vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, weil er privat oft nur als strafender Polizist gesehen wird.

Welche Amtshandlungen haben Sie besonders berührt?

Das waren solche nach dem Gewaltschutzgesetz in Familien und nach dem Unterbringungsgesetz bei der zwangsweisen Einweisung psychisch Kranker ins Krankenhaus.

Wie zufrieden sind Sie rückblickend mit dem Erreichten?

Als Kind einer Arbeiterfamilie habe ich mein Berufsziel mit der Dienststellenleitung der Polizeiinspektion in meinem Heimatort Gars erreicht. Diese Führungsfunktion, die ich seit fünfeinhalb Jahren ausübe, erfüllt mich bis zum letzten Tag. Vieles hat sich im Polizeidienst geändert, nicht aber unser Einsatz zum Wohl der Mitbürger. Das lässt mich zufrieden in Pension gehen.