Ein kräftiges Lebenszeichen der "KlangBurg Gars". „Sie sehen, wir halten Abstand, und freuen uns sehr, dass sie nicht davon Abstand genommen haben, uns zu besuchen“, leitete Intendant Johannes Wildner die diesjährige Saison die zur „KlangBurg Gars“ gewordene Spielstätte, denn wegen Corona konnte ja im „Opernhaus des Waldviertels“ nicht Bizets „Carmen“ gespielt werden. Das wird aber nächstes Jahr nachgeholt.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 04. Juli 2020 (14:50)

So ließ man sich eine musikalisch-literarische Veranstaltungsserie, die den ganzen Sommer über dauert, einfallen (siehe Info-Box rechts), denn wie Wilder konstatierte: „Ohne Musik geht es in Gars einfach nicht!“ 

Der Auftakt darf als sehr gelungen gesehen werden, auch wenn nur eine Hundertschaft von Besuchern verzeichnet wurde. „Aber das geht für den Anfang schon in Ordnung“, meinte Burg Gars-Geschäftsführer Peter Schneyder, „wir sind nicht unzufrieden.“

Streichquartett, Pianist musikalisch hochklassig

Und das Publikum war es auch nicht, ganz im Gegenteil, es gab viel Applaus und „Bravo“- Rufe für die Interpreten. Das Westpannonische Streichquartett überzeugte mit feinen Tönen besonders beim „Kaiserquartett“, Andreas Wildner glänzte am Klavier mit Variationen von Clara Schumann zu dieser Haydn-Komposition.

Musikethnologe und Autor Michael Korth setzte dem Abend unter dem Motto „Gott erhalte! Gott beschütze!“ die Krone auf und wartete mit profunden Informationen zur Geschichte der Kaiserhymne auf.

Die Kaiserhymne und ihre Geschichte

Joseph Haydn, der Erfinder der klassischen Symphonie, des weltlichen Oratoriums und des Streichquartetts, stützte sich auf ein kroatisches Volkslied und schuf 1797 ganz im Sinn der Englischen Hymne „God Save The King“ eine Melodie zu Ehren von Kaiser Franz II., der Text „Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz!“ stammt von Lorenz Haschka. Mit einem neuen Text („Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!“) wurde es schließlich die bis heute gültige Hymne Deutschlands.

Da darf man auf den Abend am Freitag, 10. Juli, 20 Uhr, gespannt sein, wenn „Ich, Beethoven“ mit Michael Korth, Johannes und Andreas Wildner sowie dem NÖ Landesballett auf die Garser Opernbühne kommt.