Allegro Vivo: Schlusspunkt mit viel Elan. Klassik-Festival fand mit Schubert und Ravel tollen Höhepunkt in der Stiftsbilbiothek Altenburg.

Von Eduard Reininger und Karin Widhalm. Erstellt am 23. September 2020 (04:43)
Hermann Dikowitsch, Leiter der Kulturabteilung NÖ, Bezirkshauptmann Johannes Kranner, Abt Thomas Renner und Landtagsabgeordneter Jürgen Maier (von links) gratulierten Vahid Khadem-Missagh, künstlerischer Leiter (4. v. l.) und Nikolaus Straka, Geschäftsführer von Allegro Vivo (2. v. r.) zum großartigen Erfolg des 43. Festivals.
Eduard Reininger

Das Kammermusik-Festival „Allegro Vivo“ ist in einem Jahr, dass in allen Bereichen unter völlig anderen Vorzeichen steht, zu Ende. Das Abschlusskonzert war dort, wo die Eröffnung über die Bühne ging – in der Bibliothek des Stiftes Altenburg.

So wurde auch das Abschlusswochenende von 18. – 20. September in Stift Göttweig, Schloss Weitra und Stift Altenburg zu einem unvergesslichen Höhepunkt eines Festivals unter speziellen Vorzeichen. Die Academia Allegro Vivo spielte unter ihrem künstlerischen Leiter Vahid Khadem-Missagh mit viel Virtuosität und Leidenschaft und bedankte sich musikalisch beim treuen Allegro Vivo Publikum mit Werken von Maurice Ravel und Franz Schubert.

Nikolaus Straka meinte, es sei „ein erhebendes Gefühl, in Zeiten wie diesen, wo erst kurz vor dem Start des Festivals feststand, ob es durchgeführt werden kann, hier zu stehen und auf ein erfolgreiches Festival zurückzublicken“. Damit gehe ein „leidenschaftlicher Musiksommer zu Ende“. Motiviert von der positiven Publikumsresonanz bei den bisherigen Konzerten freute sich das Festivalorchester, das Konzertpublikum noch einmal in leidenschaftliche Stimmung zu versetzen.

Mit Ravel und Schubert begeisterte die Academia Allegro Vivo die Gäste in der Altenburger Stiftsbibliothek.
Eduard Reininger

Eröffnet wurde der Abend mit einem virtuosen Höhenflug der besonderen Art. „Tzigane“ von Maurice Ravel schildert in virtuosen Farben das Zigeunerleben. Im zweiten Teil des Konzertabends erklang „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert nach einem Gedicht von Matthias Claudius komponiert. Das romantische Werk in der Fassung für Streichorchester von Gustav Mahler bildete den würdigen Abschluss des Festivals, der das Publikum zu Begeisterungstürmen hinriss. Auf Ö1 ist das Abschlusskonzert übrigens am Dienstag, 6. Oktober, um 14.05 Uhr zu hören.

Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz der außergewöhnlichen Saison im Corona-Jahr: „Die Leidenschaft, die Begeisterung für Musik ist unsere größte Motivation“, betont Vahid Khadem-Missagh, künstlerischer Leiter. „Durch sie können wir mit dem Publikum eine besondere Beziehungsebene erreichen, die Freude und Dankbarkeit war bei allen Beteiligten spürbar!“

Tolle Bilanz: 3.500 Gäste bei Konzerten

Geschäftsführer Nikolaus Straka erläutert: „Durch ein klares und unaufgeregtes Präventionskonzept ist es uns gelungen, vom ersten Tag an Vertrauen aufzubauen. Natürlich hat uns auch der ideale Zeitraum des Festivals unterstützt und wir sind sehr dankbar, dass unter den rund 300 Musikern, den 200 Teilnehmern der Allegro Vivo-Sommerakademie sowie rund 3.500 Besuchern alle gesund geblieben sind.“

Das Timing war tatsächlich ideal: Das Festival startete Anfang August, als eine Verbreitung des Coronavirus’ weitgehend eingedämmt war, und endet zu einem Zeitpunkt, zu dem die Infektionszahlen wieder steigen. Der Musiksommer stand unter dem Titel „Leidenschaft“ und brachte Stars ins Waldviertel. Elisabeth Leonskaja spielte „Auserlesenes“ mit Patrick Demenga und Vahid Khadem-Missagh in Stift Altenburg.

Begeisterte: KonzertmeisterinBojidara Kouzmanova.
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Künstler wie Sophia Jaffé, Wen-Sinn Yang, Christian Altenburger, Troels Svane und Tanja Becker-Bender verliehen den altehrwürdigen Mauern des Stiftes internationales Flair. Das Konzert „Gassenhauer“ mit Lilya Zilberstein, Matthias Schorn und László Fenyö bewies, was musikalische Harmonie bewirken kann, wenn Musik zur gemeinsamen Sprache wird.

Leiter Khadem-Missagh präsentierte wie immer beim Abschlusskonzert das Leitthema für die kommende Saison: „Nach einem Jahr voller Krisen, Schwierigkeiten und Herausforderungen wollen wir 2021 die positiven, heiteren Seiten des Lebens hervorstreichen“, erklärte er. „In diesem Sinne wird das Festival 2021 von 6. August bis 19. September unter dem Motto ‚Humoresque‘ stehen.