Papst-Leo-Preise für soziales Engagement. Karina Beneder, Josef Gruber und Josef Mautner erhielten in Altenburg die Papst-Leo-Preise. Dessen Zukunft ist ungewiss.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 17. Juni 2021 (04:41)

Nachdem im März die Sieger des heurigen Papst-Leo-Preises bekannt gegeben worden waren, wurden ihnen am 10. Juni im Stift Altenburg die Preise übergeben. Ausgezeichnet wurden die Zwettler Ordensfrau Karina Beneder, der St. Pöltner Josef Gruber und der Salzburger Josef Mautner.

Preise jeweils mit 2.000 Euro dotiert. Karl Immervoll, Christian Haslauer und Lucia Greiner stellten die Preisträger jeweils in einer Laudatio vor. Diözesanbischof Alois Schwarz überreichte die mit je 2.000 Euro dotierten Auszeichnungen. Josef Mautner erhielt den Preis für sein Engagement in der Salzburger Menschenrechts-Szene. Schwester Karina Beneder wurde der Preis für die von ihr geschaffenen Projekte in Peru und Ghana, aber auch wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz überreicht. Josef Gruber erhielt der Preis zugesprochen wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die Anliegen von Flüchtlingen und deren Familien und das aufopfernde Engagement als Betriebsseelsorger.

40 Preisträger in 36-jähriger Geschichte. Die Papst Leo-Stiftung wurde 1985 zur Förderung der Katholischen Soziallehre gegründet und wird von einem Kuratorium verwaltet. Sie vergibt alle zwei Jahre jeweils drei Papst-Leo-Preise. Seit der Gründung wurden 40 Preisträger ausgezeichnet. „Geehrt werden Personen oder Institutionen, die sich um die Katholische Soziallehre durch Lehre und Publizistik, durch Umsetzung in Gesetzgebung, Projekten und Modellen sowie durch Akte sozialer Gerechtigkeit innerhalb Österreichs besonders verdient gemacht haben“, erklärte Roman Fröhlich, Kurator der Stiftung. Eingereicht werden können auch Initiativen von Entwicklungshilfe und internationaler Solidarität, insbesondere solche, für die österreichische Staatsbürger Verantwortung tragen.

Bischof Schwarz verglich den Papst-Leo-Preis mit dem Stresstest der Banken. Da werde geschaut, ob Banken gesund seien. Der Papst-Leo-Preis sei ein Prüfstein, ob der Glaube gesund und vital sei und den Einsatz für arme Menschen ermögliche. Er würdigte das Engagement der Preisträger, die ein gutes Beispiel abgeben würden, was durch Einzelne möglich sei. Er freue sich, dass durch die Vorgaben der katholischen Soziallehre so viel Gutes in die Tat umgesetzt werden könne. Die Sozialprojekte seien Ermutigung für andere.

Zukunft des Preises ungewiss. Laut Abt Thomas Renner, Vorsitzender der Papst-Leo-Stiftung, sei die Zukunft des Preises offen. „Die Übergabe der Preise in dieser Form wird die letzte in der Art sein“, betonte er. Denn wie es mit der Papst-Leo-Stiftung weiter geht, soll im Herbst entschieden werden.“

Wilfing: „Preis ist Auftrag“. Moderiert wurde der Abend von Sabine Englmaier. Neben dem Horner Bürgermeister und Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, gab auch Landtagspräsident Karl Wilfing ein Statement ab. Er sagte: „Dieser Preis wirkt wie ein Auftrag an uns alle, uns in der Gesellschaft einzubringen und zu engagieren.“ Papst Leo habe im 19. Jahrhundert mit seiner Sozialenzyklika und den darin enthaltenen Prinzipien zeitlos Gültiges geschaffen. Umweltethik und das Hinterlassen eines lebenswerten Landes fußen auch darauf. Der Kirche sei es zu verdanken, dass solch soziales Engagement an die Öffentlichkeit komme. Die Politik wiederum sei täglich gefordert, soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Darum arbeite das Land an Fragen der Beschäftigung oder der flächendeckenden Gesundheitsversorgung.

Das Ensemble des GMV Horn mit Lena Engelmann (Sopran und Flöte), Bernadette Führer (Alt), Anton Wagner (Tenor) und Arnold Triebelnig (Bass) unter der Leitung von Leopold Raab umrahmte musikalisch den Festakt.