Irre Flucht durch fünf Bezirke endet im Knast. Rücksichtslos und gewaltsam durchbrach flüchtender Einbrecher Polizeisperren und gefährdete zahlreiche Menschenleben. In Kamegg (Gemeinde Gars, Bezirk Horn) setzte er Gemeinderätin Waffe an Stirn.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. Januar 2019 (06:21)
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Thomas M. (26) wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt (nicht rechtskräftig). Foto: Hahslinger

„Die Flucht war mir wichtiger“, gab der 26-jährige Tscheche Thomas M. vor dem Kremser Schöffensenat zu, keinen Gedanken daran verschwendet zu haben, ob er Menschen gefährdet, Fahrzeuge demoliert oder Gartenzäune niedermäht.

Beteuerung zeigte nur die Kaltschnäuzigkeit des Mannes auf

Angesichts der Straftaten (unter anderem Einbruch in Mautern, Autodiebstahl in Krems) und der Spur der Verwüstung, die der Tscheche bei seiner Flucht vor den Gesetzeshütern am 3. und 4. November 2017 von Hollabrunn beginnend, über Tulln, Traismauer, Viehofen, Palt, Mautern, Krems, Gars am Kamp und Kamegg zog ( wir hatten damals berichtet, siehe hier und ganz unten), klang dessen Beteuerung „Ich wollte nie einen Polizisten gefährden oder verletzen“, lahm und es zeigte die Kaltschnäuzigkeit des 26-Jährigen auf.

Die Anklagevertreterin fand klare Worte: „Nach einem Einbruch in Hollabrunn begann Ihre Amokfahrt, nachdem sich schon dort ein Beamter durch einen Hechtsprung in Sicherheit hat bringen müssen. Dann ging es weiter. Gewaltsam haben Sie sich einen Weg durch Polizeisperren in Palt und Gars gebahnt, haben ihr Auto als Rammbock benutzt, sind rücksichtlos auf Polizisten zugefahren und haben deren Leben aufs Spiel gesetzt. Letztlich endete die Flucht in Kamegg, nachdem sie einer 44-Jährigen, die ahnungslos die Tür geöffnet hat, eine Waffe an die Stirn gesetzt haben, um ein Fluchtauto zu erzwingen.“

„Ja, ich gebe Ihnen recht. Das war nicht gerade nett von mir“, meinte M. zu dem harschen Schlussplädoyer der Staatsanwältin, und er entschuldigte sich bei allen Opfern.

Der Schöffensenat unter der Leitung von Richter Gerhard Wittmann brauchte nicht lange, um zu einem Urteil zu kommen: Der vorbestrafte Tscheche, der nur ein holpriges Geständnis abgelegt hat, wurde wegen mehrfachen Widerstands gegen die Staatsgewalt, schwerer Körperverletzung an einem Polizisten, Einbruchdiebstahls und versuchten Raubes zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.