Publikum feierte Virtuosen Otto Lechner & Harri Stojka. Der Wahl-Garser Otto Lechner ist das Aushängeschild der österreichischen Akkordeonszene und einer der virtuosesten Interpreten an der Harmonika. Star-Gitarrist Harri Stojka gilt als einer der bedeutendsten Jazz-Musiker Österreichs. Am vergangenen Freitag trafen die beiden Musikgiganten der Gegenwart mit ihren unterschiedlichen Musizierstilen in der Babenbergerburg Gars aufeinander – und damit unzweifelhaft den Geschmack des Publikums.

Von Red. Horn. Erstellt am 25. Juli 2020 (16:45)

„Gipsy Blues trifft Otto Lechner“ war der Titel des vierten sommerlichen Kulturabends in der KlangBurg Gars, bei dem sich zwei musikalische Welten zu einem fulminanten Fest der Klänge vereinten. Stojka und Lechner gaben an dem ausverkauften Abend Standards von Django Reinhardt, Irving Berlin, Ray Charles, Georges Bizet und anderen zum Besten und wirkten dabei, als würden sie ein Leben lang zusammenspielen. Abwechselnd steigerten sich die beiden Größen mit virtuosen Soli bis ins Unermessliche. Der dritte großartige Musiker war Peter Strutzenberger, der am Bass gefühlvoll und mit großer Spielfreude die perfekte rhythmische Grundlage des musikalischen Geschehens lieferte. 

Einblicke in das Leben der Roma und Sinti

Die frühere Burgtheater-Schauspielerin und Lechners Lebensgefährtin Anne Bennent las dazu in ihrer unnachahmlichen Art literarische Texte aus der und über die Kultur der Roma und Sinti, insbesondere über die Gruppe der Lovara, der auch die Familie Stojka angehört. Dabei eröffnete sie spannende ebenso wie bewegende Einblicke in das Leben, die Bräuche und Traditionen dieser Volksgruppe sowie in das traurige Schicksal so vieler Roma-Familien während des Nationalsozialismus.

Johannes Wildner mit Gästen aus Ungarn und Deutschland

Nach zweiwöchiger Abstinenz von der Garser Burgbühne geht am 31. Juli Intendant Johannes Wildner wieder persönlich ans Werk – und zwar anders als für das Publikum der Oper Burg Gars gewohnt: Exklusiv 2020 in Gars beweist das langjährige Mitglied der Wiener Philharmoniker seine Fingerfertigkeit auf der Geige. Unter dem Motto „Alle Menschen werden Brüder“ interpretiert Wildner kommenden Freitag gemeinsam mit „WESPA“, dem Westpannonischen Streichquartett aus Ungarn, Beethovens Streichquintett C-Dur, op. 29. Als „Stargast“ aus Berlin besucht der südafrikanische Tenor Siyabonga Maqungo wieder die Burg Gars - er war hier 2017 in der "Zauberflöte" der gefeierte Tamino - und gibt Musik von Mozart über Beethoven bis hin zu Folklore aus seiner Heimat zum Besten.

Musik und zeitgenössischer Tanz

Musik und Tanz, Elektronik und Performance, bildende Kunst und neue Medien vereinen sich in der Performance „StAge“ am 7. August zu einem neuen und außergewöhnlichen Ganzen. Der persische Perkussionist und Multimediakünstler Kevan Teherani, die österreichische Jazzsängerin und Flötistin Sophie Schollum und die Tänzerin Carmen Pratzner präsentieren einen einzigartigen Abend mit zeitgenössischem Tanz, in dem die Schönheit des Alterns und die oft unbedachten Chancen der Vergänglichkeit thematisiert werden. Eine inspirierende Reise in das Spannungsfeld zwischen festen Strukturen und freier Improvisation!

Karten gibt es online auf www.operburggars.at, per Email an office@operburggars.at, telefonisch unter 02985/33000 sowie an Vorstellungstagen ab 18 Uhr an der Abendkassa.