Elisabeth Engstler: "Kochen ist mein absolutes Hobby". Elisabeth „Lizzy“ Engstler steht auf der Bühne der Sommernachtskomödie Rosenburg. Die NÖN bat sie zum Gespräch.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 20. Juli 2019 (04:56)
Sommernachtskomödie Rosenburg/Anna Stöcher
Elisabeth „Lizzy“ Engstler und Axel Herrig sind die beiden „Ventocelli“, die Einflüsterer, in „Amadeus“ bei der Sommernachtskomödie Rosenburg.

Als eine der „Venticelli“, der Einflüsterer, steht Elisabeth „Lizzy“ Engstler auf der Bühne der Sommernachtskomödie Rosenburg.

NÖN: Sie sind ja nicht zum ersten Mal hier auf der Rosenburg?

Elisabeth Engstler: Nein, ich war hier schon vor zwei Jahren in „Kalender Girls“. Das war so in spirierend, dass ich sofort wieder mit dem Theater begonnen und jetzt zwei Jahre im Raimundtheater im Musical „I am from Austria“ gespielt habe. Ich habe mich sehr gefreut, als ich gefragt wurde, diese sehr ungewöhnliche Rolle in „Amadeus“ zu übernehmen.

Sie haben ja auf der Bühne begonnen und haben dann einen anderen Weg eingeschlagen, wenn ich an Ihre Karriere als Sängerin etwa beim Song Contest oder im TV als Moderatorin in verschiedenen Sendungen denke.

Engstler: Eigentlich habe ich mit Medizin begonnen, dann habe ich mit dem Duo „Mess“ 1982 am Song Contest teilgenommen, habe mir aufgrund des Erfolges gedacht ,Das studiere ich jetzt!‘ und bin auch aufs Konservatorium und habe Musik studiert, habe Engagements am Burgtheater und bei den Wiener Festwochen gehabt, war einige Jährchen beim Fernsehen. Und irgendwann hat mich der Marcus Ganser (Anm.: Regisseur auf der Rosenburg) getroffen und gefragt, ob ich nicht spielen mag. Ich habe mir gedacht, dass ich diese Doppelbelastung nicht schaffe. Aber Marcus hat Recht gehabt – und ich stehe seitdem wieder auf der Bühne. Und das hat mich so inspiriert, dass ich auf Einladung von Intendantin Nina Blum am Donnerstag, 18. Juli, hier das Programm „Lizzy und Elisabeth – Ein Soloabend für zwei“ mache.

Präsenz auf der Bühne und im TV ist ja nicht das Einzige, was sie machen. Sie sind ja auch Autorin von Kochbüchern.

Engstler: Kochen ist mein absolutes Hobby. Nein, es geht sogar darüber hinaus. Eigentlich fasziniert mich ja das Essen. Ich koche gerne, weil ich gerne esse, und entwickle immer wieder neue Rezepte, die sehr schnell gehen, aber doch raffiniert sind, weil ich die Zeitnot der Menschen kenne. Außerdem ist es mir wichtig, dass die Leute schauen auf Inhaltsstoffe oder Geschmacksverstärker. Ich sammle solche Rezepte, und wenn ich genug habe, gebe ich wieder ein neues Buch heraus.

Nur ein Buch zu schreiben ist also zu wenig?

Engstler: Absolut, das ist mein Anspruch. Und noch was: Ich liebe auch die schönen Bilder in den Kochbüchern, die sind so appetitanregend. Ich blättere sehr gern darin. Es ist ja pervers: Ich schreibe ein Kochbuch, und dann habe ich es aufgeschlagen vor mir liegen und koche nach Rezept.

Zurück zu Ihrer Rolle. Was kann man sich unter einem „Einflüsterer“ vorstellen?

Engstler: Die „Venticelli“ sind diejenigen, die das Stück vorantreiben, die Gerüchte schüren, die nacherzählen, was so alles ist, und irrsinnigen Spaß und Freude haben, dass da so viel passiert. Und es passiert viel, auch viele schreckliche Dinge. Es ist in uns Menschen auch drinnen, diese Freude am Schrecklichen. Man braucht ja nur daran denken, wie viele bei einem Unfall stehen bleiben und schauen. Die beiden „Venticelli“ sind schon sehr skurril, aber sie haben einen realen Hintergrund. Wie man sich überhaupt in diesem Stück in den verschiedensten Rollen wieder erkennt, es ist irrsinnig erschreckend. Aber „Amadeus“ ist ganz heutig. Ich darf in dieser Rolle zwar sehr übertreiben, muss aber trotzdem in der Ernsthaftigkeit bleiben. Das ist das Schwierige an der Rolle. Man neigt dann dazu, zu viel zu machen. Aber im Grunde ist es eine ernsthafte Person.

Hat Sie der Film von Milos Forman sehr beeinflusst?

Engstler: Eigentlich nicht, weil dort diese Figuren nicht vorkommen. Eine Bitte: Warnen Sie das Publikum, da kommen einige ganz schlimme Texte vor, wirklich ganz, ganz schlimme …