Horn ist jetzt Slow Food-Dorf

Erstellt am 24. November 2022 | 04:47
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8528869_hor47sth_slowfood_schewig.jpg
Mittlerweile untrennbar verbunden: Die Stadt Horn und „Slow Food“.
Foto: Dieter Schewig
Horn als erste Gemeinde im Waldviertel von Slow Food International ausgezeichnet.

Die internationale Slow Food Gemeinschaft und das Waldviertel sind seit vielen Jahren erfolgreiche Kooperationspartner. Nun hat Slow Food International die Stadt Horn in das weltweite Netzwerk der „Slow Food Villages“ aufgenommen. Horn wurde damit im Rahmen des Leaderprojektes „Slow Food im Waldviertel“ zum ersten SF Village im Waldviertel.

In Horn gibt es seit über 20 Jahren ein aktives Slow Food Convivium, weiters einen Bauernmarkt, gemeinschaftlich organisierte Direktvermarktung im „Bauerng‘schäftl“ und seit zehn Jahren den erfolgreichen Markt der Erde.

440_0008_8528867_hor47sth_slowfood_hundlinger.jpg
Stolz auf das Erreichte: Helmut Hundlinger, Vorsitzender von Slow Food Waldviertel.
Foto: Slowfood Waldviertel

Slow Food Waldviertel-Vorsitzender Helmut Hundlinger dazu: „Gemeinsam konnten wir einiges bewegen.“ Er sieht die Auszeichnung aber auch als Ansporn für die Zukunft: „Mehr Informationen für Schulen, die Vernetzung der Produzenten und Gastwirte untereinander sind Aufgaben, denen wir uns in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt widmen werden“, sagt er.

Das Projekt Slow Food Villages ist eine weltweite Initiative, in der Möglichkeiten für ein besseres und schöneres Zusammenleben gefunden werden sollen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Kleinstrukturen in ländlichen Regionen zu. Von der Basis weg soll hier der Fokus auf wertvoller Ernährung und nachhaltiger Lebensmittelproduktion liegen und Kleinregionen zu Orten für ein gutes Leben machen. Die Berücksichtigung der Ziele der Slow Food-Gemeinschaft – gute und saubere Lebensmittel zu fairen Preisen zu erzeugen – sind natürlich ebenfalls wesentliche Kriterien.

Kern der SF-Villages sind dabei Gemeinschaften, die sich zusammen mit bäuerlichen Lebensmittelproduzenten und verantwortungsvollen Lebensmittelhandwerkern der Region für eine verantwortungsvolle Ernährungs- und Esskultur einsetzen. Dabei geht es sowohl um Erziehung und Bildung in Kindergärten und an Schulen, als auch um Herstellung von lokalen, gut und sauber produzierten Lebensmitteln zu fairen Preisen oder um das Erlebnis traditioneller handwerklicher Verarbeitung. Gastwirte sollen ebenfalls ihr gastronomisches Wissen einbringen und Netzwerke mit regionalen Produzenten aufbauen.

Mit der Wiederbelebung von traditionellen Dorfstrukturen, die die Zusammenarbeit der Bereiche Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Kultur, Gastronomie, Verpflegung in Kindergärten und Schulen sowie Bildung fördern, soll ein tiefes Verständnis für den Wert regionaler, gut und sauber hergestellter Lebensmittel entstehen und die soziale Struktur in ländlichen Regionen gestärkt werden.

Gefeiert wird die Auszeichnung für Horn im Rahmen des Marktes der Erde am Samstag, 26. November, von 9 bis 13 Uhr am Hauptplatz Horn.