Friedrich Wiesinger: „Tun alles für die Fische!“. Im Kamp werden Fische nicht eingesetzt, sondern gezüchtet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. Februar 2019 (05:07)
Friedrich
Josef Wiesinger und Günter Salway (von links) beim Befüllen der Brutboxen (unten links) bzw. Kontrollieren der Eier, aus denen dann die Bachforellenlarven schlüpfen (rechts unten).Wiesinger (3)

„Fische nicht nur im Kamp haben es durch viele vom Menschen verursachte Änderungen der Umweltbedingungen wie Stauwerke, Regulierungen oder Einleitungen schwer, aber Fischer tun alles für ,ihre’ Fische“, kann Umweltgemeinderat Friedrich Wiesinger wohl zu Recht behaupten. Immerhin stehen sie wöchentlich auch bei den derzeitigen Temperaturen im kalten Kamp-Wasser.

NOEN

Um die Fischbestände zu stützen, werden sehr oft Fische besetzt. Vielfach mit wenig Erfolg, denn diese Fische aus der Speisefischproduktion haben im wilden Wasser kaum Überlebenschancen.

In Gars versuchen einige beherzte Fischer seit zehn Jahren, den Bestand an Bachforellen durch Besatz mit Bachforelleneiern anzuheben. Anfang Jänner werden 25.000 Eier aus einer Fischzucht in Brutboxen (Röhre mit einzelnen Kammern im Inneren) in den Kamp gebracht. Diese Boxen werden zweimal wöchentlich kontrolliert, tote Eier händisch aussortiert. Nach etwa zehn Wochen, je nach Wassertemperatur, sind dann alle Eier geschlüpft. Die Fischlarven verbleiben dann noch zwei bis vier Wochen in den Brutboxen und entschwinden dann in den freien Fluss.

NOEN

„Vorteil dieser Methode ist“, so Wiesinger, dass sich Fische daraus entwickeln, die an die freie Natur mit all ihren Gefahren und Zwängen, aber auch Möglichkeiten gewöhnt sind und sich – hoffentlich – nach drei, vier Jahren auch selbstständig weiter vermehren.“

Nachteil: Das Kontrollieren der Eier im Winter erfolgt bei Wassertemperaturen zwischen ein und vier Grad Celsius, die Lufttemperatur ist meist auch nicht höher und eine Kontrolle dauert knapp eine Stunde – klamme Finger sind garantiert …