„Reha 2“ soll im Jänner offen sein . Land NÖ & Vamed sind als Betreiber zuversichtlich, dass in vier Monaten Inbetriebnahme in Gars erfolgen kann. Ein Baustellen-Rundgang.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 18. September 2020 (09:48)

„Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass der Plan hält, die ,Reha 2‘ genau zehn Jahre nach der Inbetriebnahme des bestehenden Reha-Zentrums am Rand des Garser Kurparks, das ist also am 11. Jänner 2021, für die Patienten zu öffnen“, sind die beiden Geschäftsführer Andreas Reifschneider für das Land NÖ und Josef Berger für die VAMED zuversichtlich. „Eine Eröffnungsfeier wird es dann im April oder Mai geben.“

Eigentlich hätte dieser Schritt in diesen Tagen erfolgen sollen, denn bei Beginn des Umbaus des ehemaligen China-Zentrums zur „Reha 2“ – die „richtige“ Namensfindung ist noch im Gange – im Spätsommer des Vorjahres, wurde das ehrgeizige Ziel ausgegeben, im September die Arbeiten abgeschlossen zu haben. Doch auch hier machte Corona den Absichten einen dicken Strich durch die Rechnung.

Exklusiv für die Horner NÖN öffnete dabei das Duo die Tür zum neu angelegten Eingangsbereich auf der Parkseite, wo auch gleich ein Lift eingebaut wurde, der die vier Geschoße miteinander verbindet. Das Gros des Baus, für den rund fünf Millionen Euro veranschlagt wurden, nehmen die (Einzel-) Zimmer für die 25 Patienten ein, die Räumlichkeiten sind in den oberen Stockwerken.

In den meisten Zimmern sind die Böden bereits verlegt, die Installationen durchgeführt, die Bäder gefliest. „Was demnächst folgen wird, ist die Einrichtung, wenn der Großteil der Bauarbeiten erledigt ist“, berichtet Bauleiter Wolfgang Brunner und erzählt freudig davon, dass es bei den Arbeiten, die von bis zu 50 Leuten an vielen Tagen durchgeführt wurden, keine Verletzungen gegeben habe.

Rundtürme aus Holz komplett erneuert

Immerhin galt es, das ganze Haus gleichsam auszuhöhlen und innen auf- und auszubauen, auch die beiden Seitenflügel mit den charakteristischen Rundtürmen aus Holz wurden wieder originalgetreu hergestellt. „Denn bei der ersten genauen Besichtigung hat sich ergeben, dass hier massive Feuchtigkeitsschäden bestehen, die nicht mehr zu sanieren waren.“

Meist in den beiden unteren Geschoßen sind die Küche, der Speisesaal für Mitarbeiter und Patienten, Ärztezimmer, Therapie- und Gruppenräume, Sozialräume und mehr untergebracht, dazu die Technik mit Wasserversorgung und Heizung – übrigens mit Fernwärme aus dem Werk Franz Haimerls.

„Im September, Oktober beginnen wir dann, das Personal für dieses Haus zu suchen“, erklären Berger und Reifschneider den nächsten Schritt, „damit wir dann wirklich im Jänner nächsten Jahres loslegen können.“

Losgelegt hat die bestehende Reha Ende Mai, nachdem das grassierende Virus die komplette Schließung notwendig gemacht hat. Während dieser Zeit waren alle rund 70 Mitarbeiter in Kurzarbeit, derzeit sind sie wieder voll beschäftigt, denn das Haus mit einer Kapazität von 100 Patienten ist ebenfalls voll. Beide Gruppen haben sämtliche Richtlinien wie Abstandhalten, Maskenpflicht und Handdesinfektion zu beachten. „Wir haben einen sehr hohen Sicherheitsstandard, daher ist auch bisher niemand positiv getestet worden“, weiß Reifschneider. „Außerdem haben wir die Gruppentherapien reduziert und bieten mehr Einzeltherapien an.“

Jeder Neuankömmling wird bei der Ankunft noch im Eingangsbereich getestet, in sein Zimmer geleitet und darf erst nach Vorliegen eines negativen Ergebnisses mit der Rehabilitation beginnen.

Alle, die wegen der Schließung den Aufenthalt in Gars abbrechen mussten, wurden in dieser Zeit telefonisch betreut und können die Kur nachholen. „Die Nachfrage ist sehr hoch“, so Berger, „wir haben derzeit ein bis zwei Monate Wartezeit.“