Beethoven auf der KlangBurg Gars trotzte dem Regen. Gleich drei Premieren erlebten die gut 200 Besucher am vergangenen Freitagabend auf der Burg Gars: Die Erstaufführung des Stücks „Ich, Beethoven“ von Michael Korth, den ersten Auftritt von Intendant Johannes Wildner und seines Sohnes Andreas als Schauspieler und – weniger erfreulich – die Inanspruchnahme der erstmals ausgegebenen „Regenkarten“.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 11. Juli 2020 (17:31)

Mit einem kleinen Aufpreis konnte man diese erwerben (und kann dies auch an den folgenden Abenden), um sich einen Platz bei Regen im Babenbergersaal zu sichern. Den benötigte man dringend, denn zum Ende des ersten Teils, das der Intendant routiniert-improvisiert einleitete, gelang es, Schutz vor dem heftigen Gewitter in der Burg zu finden. 

„Duo Wildner“ als Musiker & Schauspieler 

Dort setzte das Duo sein Programm gekonnt fort, wobei wie im ersten Teil Musik – überwiegend von Beethoven – und Wort abwechselten. Johannes Wildner konnte als Beethoven durchaus überzeugen, ebenso Andreas als Beethovens Neffe Karl, aber zweifellos waren ihre Darbietungen mit der Geige und auf dem Klavier über die schauspielerische Leistung zu setzen. Ausgehend vom „Heiligenstädter Testament“ erzählte Beethoven aus seinem Leben, beginnend vom trunksüchtigen Vater, der aus ihm einen neuen Mozart machen wollte, über seine beginnende Taubheit samt Selbstmordversuch („Nur die Kunst hat mich gerettet!“) bis zu einem Rückblick auf sein reiches musikalisches Schaffen.

Ergänzt wurde der Auftritt des Duos durch Darbietungen einer Gruppe des Europaballetts, das die Erzählungen pantomimisch- tänzerisch verstärkte.

Nächster Programmpunkt: Wiener Lied

Viel Applaus für alle Künstler vom dankbaren Publikum, das sich schon auf den nächsten Abend freut: am Freitag, 17. Juli, 20 Uhr, unter dem Motto „Des Wieners Lied! Des Wieners Leid“ mit Stephan Paryla-Raky (wirkte vor über 30 Jahren bei der allerersten Oper im Burghof bei Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ mit), Benno Schollum und Albert Sassmann.

Infos, Karten: operburggars.at,  02985/33000.