Gastro-Öffnung: „Können es kaum erwarten“. Die Gastronomie atmet auf. Ab dem 19. Mai darf wieder aufgesperrt werden. Die Vorfreude ist bereits enorm.

Von Sebastian Dangl, Leo Nowak, Eduard Reininger und Thomas Weikertschläger. Update am 19. Mai 2021 (09:47)

Österreich plant ab Mitte Mai umfassende Öffnungsschritte. Dazu gehört auch die Gastronomie, die ab 19. Mai wieder den Betrieb aufnehmen darf.

Freude bei Gästen und Gastronomen

„Die Menschen können es nicht mehr erwarten, endlich wieder gut essen zu gehen und auch wir freuen uns, dass es jetzt wieder losgeht“, sagt Niko Henkel vom Hotel Restaurant Öhlknechthof in Horn. „Zu Beginn des Lockdowns haben wir gedacht, dass es bald wieder weitergeht, aber sieben Monate zusperren, das traf uns hart“, erklärt Christoph Schönhacker von der 8erbar in Horn. Jetzt liegt die Hoffnung der Gastronomen auf den Tests und an der Impfung, um im Sommer zur „Normalität“ zurückkehren zu können. Und das Licht am Ende des Tunnels werde heller, zeigten sich die meisten der befragten Gastwirte im Bezirk Horn erfreut.

Mit klarem Sicherheitskonzept

„Dennoch müssen wir nach wie vor achtsam bleiben und alles tun, um die Ausgangslage nicht zu verspielen“, sagt Henkel und betont: „Alle werden mit klaren Sicherheitskonzepten öffnen. Das ist notwendig, um die Infektionszahlen unter Kontrolle zu halten.“ Viele Wirte haben die letzten Monate genützt, um sich auf die lang ersehnte Wiedereröffnung vorzubereiten. „Besonders wichtig war uns, dass sowohl indoor als auch outdoor geöffnet werden darf, vor allem die bis 22 Uhr erlaubte Öffnungszeit am Abend“, erklärte Michi Zehndorfer vom Café Mocca in Horn. Das sieht sie als nicht nur für die Gäste sinnvoll, sondern es soll auch den Betrieben ein einigermaßen vertretbares Wirtschaften ermöglichen.

Sanierung in der Betriebspause

Im Restaurant Öhlknechthof wurden die sieben Monate Pause genutzt, um den Außenbereich des Restaurants zu sanieren und neu zu gestalten. Einige Mitarbeiter seien wegen der Kurzarbeit in andere Branchen gewechselt, daher sei man auf der Suche nach geschultem Personal, sagt Henkel. Im Sinn der Gesundheit von Gästen und Mitarbeitern werde man sich strikt an die Einhaltung aller Verordnungen kümmern: „Wir werden zu Beginn nur einen Eingang öffnen und eine Einbahn-Regelung durchs Restaurant installieren“, sagt Henkel.

Eingedeckt für den Restart

„Die Mitarbeiter sind an Bord, das Lokal wurde gereinigt und das Bier wurde bestellt“ – bereit für den Restart ist auch Christoph Schönhacker mit der 8erbar. Man sei sehr gut durch den Lockdown gekommen. Die Unterstützungen von Regierungsseite aber auch vonseiten der Gäste sei „fabelhaft“ gewesen. Nach der Eröffnung werde man neben Mittagsmenüs auch neu ein Suppen- und Salatbuffet anbieten. Als zusätzliches Eröffnungszuckerl gibt es zu jedem Kaffee ein Stück Mehlspeise gratis dazu. „Wir sind echt froh, dass wir unsere Gäste wieder begrüßen dürfen, natürlich unter Einhaltung der Corona Vorschriften“, sagt Schönhacker.

„Lockdown war zu lange“

Im Landgasthof Buchinger ist die Vorfreude ebenfalls riesengroß. „Endlich kann es weitergehen. Wir können es alle kaum erwarten, unsere Gäste wieder zu sehen“, erzählt Sandra Buchinger. Dass sich der Lockdown am Ende wirklich so lange hinziehen würde, damit hätte sie nicht gerechnet. „Es war jetzt schon zu lange. Wir sind diese Ruhe gar nicht gewohnt. Insofern ist es Zeit, dass wieder etwas Leben in den Gasthof einkehrt“, meint Buchinger.

Außenbereich wurde neu ausgemalt

Die Vorbereitungen für den Neustart sind bereits in den letzten Zügen. So standen in der betriebsfreien Zeit einige Renovierungen auf dem Programm. Im Gastgarten sei man aktuell mit Ausmalarbeiten beschäftigt. Auch Lieferungen treffen bereits ein, um das Lager wieder zu füllen. Für den Start ist man zuversichtlich, auch weil die Situation nach dem Lockdown im Vorjahr eine Ähnliche war. „Damals wussten wir auch nicht, ob sich die Leute gleich wieder trauen, ins Gasthaus zu gehen, aber es war dann doch wieder überraschend viel los“, schildert Buchinger. Den großen Unterschied zum Vorjahr wird allerdings die Testpflicht für die Gastronomie darstellen. „Einige werden deshalb vermutlich nicht gleich wieder kommen.“

Die logistische Challenge

Eine neue Herausforderung stellt die Öffnung natürlich auch dar. „Die Organisation, bis der Gast überhaupt an seinem Platz sitzt, wird sicher nicht leicht“, meint Buchinger. Erfahrungen mit der Gästeregistrierung gibt es bisher keine. In Horn kam diese im Vorjahr, anders als in anderen Bezirken, nicht mehr zum Einsatz. „Da wird einiges auf uns zukommen. Manche werden die neuen Regeln wahrscheinlich nicht akzeptieren, wegen Datenschutz und Sonstigem.“ Auch die Beschränkung auf vier Personen pro Tisch sei keine leichte Aufgabe. „Wir kennen das noch aus dem Vorjahr. Nicht alle halten sich daran. Dann werden Erwachsene bei der Reservierung als Kinder angegeben, nur damit man zu sechst an einem Tisch sitzen kann“, berichtet Buchinger. Eine unangenehme Situation für den Gasthof.

Routine muss wieder aufgebaut werden

Wie so oft müsse man sich erst einspielen, damit die Abläufe reibungslos funktionieren. „Die ersten Wochen werden sicher heftig, weil wir alle doch auch ein wenig aus der Übung sind. Wir müssen jetzt zudem auf viele Kleinigkeiten achten, die sich doch summieren. Am Ende nehmen wir das alles aber gerne in Kauf, wenn wir dadurch endlich wieder aufsperren dürfen“, betont Buchinger.

Gedämpfte Erwartungen

Ganz entspannt blickt Christian Vlasaty vom Gasthof „Zur Eiche“ in Maria Dreieichen in Richtung 19. Mai. Zu große Erwartungen hat er nicht: „Ich glaube, es wird ähnlich, wie im Vorjahr. Da haben wir auch gehofft, dass es gleich wieder richtig losgeht. Dem war aber nicht so.“

Dieses Mal will er die Erwartungen zurückschrauben und sich überraschen lassen. Vorbereitungen braucht es trotzdem. „Hauptsächlich geht es natürlich um das Coronakonzept. Wir bemühen uns aber, dass unsere Gäste möglichst ungehindert ins Lokal können“, schildert Christian Vlasaty. Dabei stehen die meisten Adaptierungen im Außenbereich an. „Wir reduzieren die Sitzplätze und rücken die Tische weiter auseinander. Dafür werden wir auch einen Teil des Parkplatzes nutzen“, erklärt der Wirt aus Maria Dreieichen.

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