Noch viele Fragezeichen für Wirte. Wirtschaftliche Gründe:Oppitz sperrt noch nicht auf. Vorerst geschlossen bleibt das Lokal des Eggenburger Stadthotels von Werner Oppitz.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:38)

„Wir haben beschlossen, den 19. Mai nicht wahrzunehmen und bleiben für den Moment nur bei unserem bisherigen Abholservice“, berichtet Oppitz. Die Gründe sind dabei recht einfach. „Für mich ist es eine simple Rechenaufgabe, die nach meinen Erfahrungen negativ ausgeht, sollte ich aufsperren“, sagt er. Das Problem: Mit der neuen Abstandsregelung könne er nur die halbe Kapazität seines Lokals ausschöpfen. Dafür bräuchte er aber noch zusätzliches Personal für die Durchführung der Covid-Konzepte. „Das bedeutet für mich mehr Personalkosten bei weniger Umsatz“, erklärt Oppitz. Noch dazu habe man viele ältere Gäste, die erfahrungsgemäß vorsichtiger sind.

„Seit Dezember suche ich einen Koch, aber jemanden zu finden, ist fast unmöglich.“ Wirt Gerhard Schäller

Unterstützungen lassen auf sich warten

Vorerst bleibt Oppitz also beim Abholservice. „Ich werde den Mai noch abwarten, dann kann ich immer noch entscheiden, wann ich wieder aufsperre.“ Finanziell sei die Lage nach der langen Zeit im Lockdown natürlich nicht rosig. „Niemand hat mit der langen Pause gerechnet, was sich auf die wirtschaftliche Situation auswirkt“, schildert Oppitz. Dank Kurzarbeit sei die Personalsituation zwar gut, doch die anderen finanziellen Unterstützungen seien nicht so hoch wie nötig und würden manchmal zu lange auf sich warten lassen.

Das größte Problem aber auch für den Hotelbetreiber ist die fehlende Planbarkeit. „Für Juni ist heuer wieder ein großer Kongress angesetzt, der schon vom Vorjahr verschoben wurde. Da wäre normalerweise das ganze Haus voll, aber ich weiß immer noch nicht, ob das wirklich stattfinden kann“, erzählt Oppitz. Unter diesen Voraussetzungen könne man nicht wirklich arbeiten. „Das, was da gerade abläuft, kann man schon im Bereich des Glücksspiels ansiedeln“, sagt er.

„Essen auf Rädern“ als Überbrückung

Robert Kurz, Pächter des Weitersfelder Gemeindegasthauses „Weißes Rössl“, rechnet erst mit einer endgültigen Überwindung der Coronakrise, wenn möglichst alle gegen das Virus geimpft sind und „wenn die Normalität im Jahr 2022 einkehren wird“, sagt er. Die Wirte hätten sich seit Beginn des Lockdowns vor 14 Monaten Maßnahmen überlegen müssen, wie sie trotz Ausfall zahlreicher Veranstaltungen überleben können. „In meinem Fall waren es die Lieferungen für Essen auf Rädern“, sagt er. Für die Förderungen der Bundesregierung sei er dankbar. Auch über die Investitionen der Gemeinde in den Widdersaal. „Daher konnte ich den Saal auch für die Weitersfelder Impfstraße zur Verfügung stellen“, berichtet Kurz.

Er rechnet jetzt – unter Rücksicht auf die weiter geltenden Beschränkungen – mit einem vorerst zaghaften Beginn in der Gastronomie: „Ich freue mich aber, dass es schon für die ersten Tage Reservierungen gibt. Hoffentlich halten sich alle Gäste an die Sicherheitsvorschriften“.

Starke Wochenenden, schwache Abende? Schanigarten als Hoffnung

Der Japonser Wirt Gerhard Schäller hat gegenüber der Öffnung noch gemischte Gefühle: „Die Wochenenden werden vermutlich schon recht stark werden. Nur das Abendgeschäft wird schwach sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Menschen fortgehen werden.“ Auch die Testpflicht sei doch eine große Hürde. Erst bei einer flächendeckenden Impfung rechnet Schäller mit einem besser besuchten Lokal.

Der Fokus liegt jetzt auch für ihn auf dem Gastgarten. „Im Sommer sitzen die Leute sowieso gerne draußen und mit den Coronaregeln wahrscheinlich noch lieber“, meint Schäller. Sorgen machen ihm dabei die verschiedenen Feiern, die im Sommer stattfinden könnten, aber noch in Schwebe sind. „Gerade wenn wir die Tische beschränken müssen, wird es schwierig. Zu einem großen Teil leben wir von diesen Feiern.“

Auch die Kontrolle der Tests sei ein nicht unerheblicher Aufwand. „An Wochenenden werden wir eine eigene Person brauchen, die nur kontrolliert“, glaubt Schäller. Die Personalsituation sei ohnehin gerade keine einfache. „Seit Dezember suche ich einen Koch, aber jemanden zu bekommen, ist fast unmöglich.“ In Coronazeiten hätten viele Menschen das Metier gewechselt und umgeschult. Bei Servicemitarbeitern würde es sich gerade noch ausgehen. Ein zusätzliches Problem, in ohnehin schon schwierigen Zeiten, sei es trotzdem.

Umfrage beendet

  • Gastro-Öffnung: Habt ihr bereits einen Besuch beim Wirt geplant?