Problem Sperrstunde: 23 Uhr zu früh?. Alexander Lichtenegger von der Weinbar Thurnhof hätte gerne längere Öffnungszeiten. Ansturm hielt sich in Grenzen.

Von Eduard Reininger und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:32)
Mit einem ersten Glas Wein setzten Horst Langstadlinger, Luci Jedlickova, Gastronom Alexander Lichtenegger und Beatrix „Trixi“ Bauer (von links) ein Zeichen, die Gastronomie zu stärken, um trotz der strengen Auflagen Freunde im Stammlokal zu treffen.
Eduard Reininger

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle hat Gastronom Alexander Lichtenegger von der Weinbar Thurnhof in Horn hinter sich: „Die von der Regierung versprochenen 1.000 Euro kamen prompt. Danach kam aber nur noch heiße Luft“, klagte er.

Dank des guten Verhältnisses mit dem Lokalvermieter konnte punkto Miete eine Vereinbarung getroffen werden. „Die anderen Zahlungen liefen aber weiter“, betonte Lichtenegger und meinte: „Mein Konto sieht dementsprechend aus, denn es ist schwierig, in der Gastronomie Rücklagen zu bilden.“

Dass die Weinbar jetzt wieder öffnen kann, sei natürlich gut fürs Geschäft. Aber die Sperrstunde macht dem Unternehmer noch zu schaffen. „Wir öffnen am späten Nachmittag das Lokal, aber ab 22 Uhr kommen die meisten Gäste und leider müssen wir jetzt um 23 Uhr wieder schließen“, gab sich Lichtenegger kritisch.

Neuer Schanigarten für „Corona-Gäste“

Allerdings passten am Eröffnungstag die überschaubaren Besucherzahlen zu den strengen hygienischen Regeln, die coronabedingt eingehalten werden müssen. Gekommen sind in den ersten Tagen hauptsächlich Stammgäste. „Die haben alle gesagt, wie froh sie sind, dass sie wiederkommen können – trotz der Auflagen“, erzählte Lichtenegger.

Mit den Bestimmungen hat der Gastronom grundsätzlich auch kein Problem. Allerdings: Eine zweite Welle und ein damit verbundenes erneutes Schließen könne er nur sehr schwer verkraften. Ebenfalls negativ: Da derzeit die Bar nicht mit Gästen besetzt werden darf, finden weniger Leute einen Platz in seinem Lokal. „Diese Logik versteht auch keiner“, meinte ein Gast. Er sehe keinen Unterschied, ob jemand am Tisch oder an der Bar sitzt. Aber: „Wenigstens kann im Lokal aber wieder Schmäh geführt werden. Das hilft“, sagte der Gast. „Wir werden heute bis zum Schluss bleiben und morgen wieder dastehen“, sagte ein weiterer Stammkunde, während er ein Achterl bestellte und scherzte: „Wir können zwar Abstand halten, aber trinken wie ein Baby-Elefant ist nicht möglich.“

Über ordentlich Gästebesuch freute sich in Langau Patrick Gruber, der bei seinem Lokal „Meating“ nun eigens einen kleinen Schanigarten eingerichtet hat, um Gäste auch im Freien bedienen zu können.