Reparieren liegt wieder im Trend. Betriebe orten finanzielle Gründe, Öko-Denken kaum ausgeprägt.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:34)
Weikertschläger
Christian Melk und Firmenchef Alexander Ziegelwanger haben in der Reparaturwerkstatt der Firma Expert Ziegelwanger in Horn alle Hände voll zu tun. In der Aussendung für die Hausmesse wurde der Reparaturbonus auch aktiv beworben.

„Reparieren statt wegwerfen“ – Mit der Aktion „Reparaturbonus NÖ“ werden in Niederösterreich Haushalte mit 50 Prozent der Brutto-Kosten bis maximal 100 Euro bei der Reparatur von Elektrogeräten unterstützt. Für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf stellt der Reparaturbonus einen Beitrag zur Abfallvermeidung und zum aktiven Klimaschutz dar. Die Förderung solle einerseits Haushalte bei Reparaturen unterstützen, andererseits ein Impuls für Reparaturbetriebe sein. Für Wolfgang Ecker, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ, sorge der Reparaturbonus auch dafür, dass handwerkliches Knowhow in der Region gesichert werde.

Auch aus dem Bezirk Horn beteiligen sich bereits einige Unternehmen an dieser Aktion. Aktiv beworben wird der Reparaturbonus etwa vom Horner Elektro-Unternehmen Expert Ziegelwanger, zuletzt in der Aussendung für die Hausmesse in der Vorwoche, erzählt Alexander Ziegelwanger. Häufig in Anspruch genommen werden Reparaturen laut Ziegelwanger bei Kaffeemaschinen, Waschmaschinen, Geschirrspülern oder TV-Geräten. Es seien vor allem ältere Kunden, die ihre Geräte lieber zum Reparieren bringen, als neue zu kaufen.

Ähnlich sei das auch bei Elektro Blazek in Drosendorf, wie Chefin Renate Blazek sagt. „Reparaturen werden meist von älteren Leuten in Auftrag gegeben, die jüngeren bestellen lieber im Internet“, sagt sie.

Blazek: „Unternehmen müssen umdenken“

Als Motive, die Reparatur von Altgeräten Neuanschaffungen vorzuziehen, sieht Ziegelwanger nicht ein Umdenken vor dem Hintergrund aktueller Klima-Diskussionen, sondern im finanziellen Bereich. Wobei er anmerkt, dass viele Geräte so von den Herstellern produziert werden, dass eine Reparatur kaum möglich sei oder Ersatzteile teuer seien.

Auch Blazek fordert da ein Umdenken der Unternehmen. Man dürfe nicht immer nur auf den eigenen Profit achten: „Wir leben doch alle auf dieser einen Welt – und die soll noch lange funktionieren“, sagt sie. Teure Ersatzteile und die hohen Kosten für die Arbeitszeit machten es aber für viele Kunden unattraktiv, alte Geräte reparieren zu lassen. Der Reparaturbonus sei daher durchaus eine positive Geschichte, dem entgegenzuwirken.

Allerdings sei er bei vielen noch unbekannt, sagt der Garser Elektro-Unternehmer Martin Feigl. Es läge dann auch in der Verantwortung des Unternehmers, den Kunden hinsichtlich Sinnhaftigkeit einer Reparatur im Vergleich zu einer Neuanschaffung ehrlich zu informieren. Die Frage, ob bei den Kunden Umweltbewusstsein Anlass zu Reparaturen sei, beantwortet er mit einem klaren „Nein“.

Aus dem Bezirk Horn sind auch die Firma Neumayer aus Eggenburg und die Firma Aubrunner aus Neukirchen an der Wild auf dem Internetportal „reparaturfuehrer.at“ als Unternehmen, die sich beim Reparaturbonus beteiligen, registriert.

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