Weihnachtsgeschäft: Handel ist „vorsichtig optimistisch“

Erstellt am 29. November 2022 | 21:01
Lesezeit: 4 Min
440_0008_8535491_hor48darueber_kornell_2_.jpg
Schon gut angelaufen ist das Weihnachtsgeschäft in der Buchhandlung „Frau Hofer“ in Horn. Alexander Kornell hat hier für jede Altersklasse an Lesern die passenden Bücher parat.
Foto: Rupert Kornell
Wirtschaftstreibende im Bezirk Horn rechnen mit stabilem Weihnachtsgeschäft. Konsumenten halten sich noch nicht zurück.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Für viele Kinder und Familien steht die Weihnachtszeit für gemeinsam verbrachte Stunden, selbstgebackene Kekse und nicht zuletzt Besinnung. Für Gewerbetreibende sind die letzten Wochen des Jahres hingegen oft alles andere als besinnlich. Weihnachten ist ein Fest des Konsums geworden und Verkäufer sind jetzt intensiv im Einsatz. Die NÖN hat nachgefragt, was sich der Handel trotz hoher Energiekosten und Inflation vom heurigen Weihnachtsgeschäft erhofft.

„Vorsichtig optimistisch“ blickt Alexander Kornell von der Bücherstube Horn auf die kommenden Wochen. Bislang blieb der Buchhandel, im Gegensatz zu anderen Branchen, von der Teuerung verschont. Schon in den letzten Wochen habe sich die Kundschaft fleißig neuen Lesestoff besorgt, von Zurückhaltung beim Einkauf merke man zum Glück bislang nichts, erzählt Kornell der NÖN. Nach wie vor gut würden sich Kriminalromane verkaufen, das merke man auch in der Adventzeit. Häufig über den Ladentisch gehen außerdem Bücher mit regionalem Bezug, die vor allem zu Weihnachten gerne verschenkt werden. Für diejenigen, die noch nach einem Geschenk suchen, hat Kornell eine Empfehlung parat: die eben erst erschienene Horner Stadtgeschichte von Gustav Reingrabner (die NÖN berichtete).

Dieses Weihnachten lasse sich auch ein neuer Trend im Buchhandel verfolgen: BookTok. Die Wortneuschöpfung bezeichnet Bücher, die auf der Social-Media-Plattform TikTok angepriesen werden und vor allem bei Teenagern äußerst beliebt sind, klärt Buchhändler Kornell auf. Häufig handelt es sich dabei um Liebesgeschichten. In der Bücherstube Horn ist man darauf eingestellt: Eine eigene Abteilung hilft, den Überblick über die vielen TikTok-Empfehlungen nicht zu verlieren.

Auch bei Optik Gilli in Eggenburg kann man derzeit nicht klagen. Das Geschäft laufe gut, den kommenden Wochen sehe man gelassen entgegen. Für die Kunden wird man in der Weihnachtszeit auch die Preise stabil halten. Als kleineres Geschäft beteilige man sich auch nicht an Aktionen wie dem Black Friday: „Das betrifft den Online-Handel oder größere Geschäfte in Einkaufszentren, nicht aber kleinere Geschäfte wie das unsere“, erklärt Chefin Caroline Gilli.

Eintrübung wird für das Jahr 2023 befürchtet

Franz Straßberger vom Juweliergeschäft Straßberger in Horn sieht ebenso „vorsichtige Zeichen für Erholung“. Derzeit würden die Menschen noch Geld ausgeben und sich durchaus auch teure Produkte wie Schmuck oder Uhren gönnen. Bislang sei die Inflation in einigen Köpfen angekommen, aber noch nicht so stark in der Geldbörse. Daher sei auch von einem stabilen Weihnachtsgeschäft auszugehen. Die Inflation werde sich aber dennoch bald bemerkbar machen, befürchtet Straßberger: „Der wahre Prüfstein wird daher das Jahr 2023 werden“, meint er im NÖN-Gespräch.

Punschstände im Hochbetrieb

Keine eindeutige Prognose traut sich Werner Groiß, Obmann der Horner Wirtschaftskammer, abzugeben. „Es gibt ein Aufholbedürfnis bei den Menschen, sie gehen wieder gerne auf Märkte“, erzählt er der NÖN. Anders als letztes Jahr dürften die Weihnachtsmärkte heuer ein deutliches Plus erwirtschaften, das sei positiv zu beurteilen. Gleichzeitig beginne man aber, die allgemeine Teuerung und die Inflation zu merken, so Groiß. Sowohl Konsumenten als auch Firmen wären daher zunehmend gezwungen, genau auf ihre Ausgaben zu achten und auf das ein oder andere Geschenk zu verzichten. „Für die Weihnachtszeit wird das Positive noch überwiegen“, schätzt Groiß die Lage ein. Sollten die Energiekosten jedoch auch Anfang 2023 noch hoch bleiben, dann würde der Konsum darunter leiden, befürchtet man bei der Wirtschaftskammer.

Auch bei der Polizei freut man sich auf das kommende Weihnachtsfest. „Zum Glück ist die strenge Corona-Zeit nun vorbei. Auch ich werde den ein oder anderen Punsch verkosten“, gibt die Horner Bezirkskommandantin Birgit Geitzenauer zu Protokoll. Allzu leichtfertig sollten Besucher von Adventmärkten aber dennoch nicht sein, die Polizei wird Kontrollen und Planquadrate durchführen. Damit die Weihnachtszeit auch wirklich für alle besinnlich wird.

Umfrage beendet

  • Kauft ihr Geschenke online?