Wirte nutzen „Pause“. Oppitz (Eggenburg) und Barta (Horn) meldeten Kurzarbeit für ihr Team an und entwickeln jetzt Konzepte. Einer kocht zu Ostern.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 08. April 2020 (03:53)
Symbolbild
bondvit/Shutterstock.com

Werner Oppitz gehört zu den Wirten, die keinen Lieferservice anbieten. Warum eigentlich? „Ich habe das bewusst nicht gemacht, weil ich für alle Mitarbeiter eine klare Entscheidung treffen wollte“, erzählt der Restaurant-Betreiber aus Eggenburg. Das 13-köpfige Team befindet sich in Kurzarbeit. Er erspare sich zudem Energiekosten, noch dazu behagt ihm das Plastikgeschirr nicht. „Der Markt muss auch nicht mit Gewalt beackert werden, das Kundenpotenzial ist nicht so riesig.“ Oppitz besinnt sich auf Anderes.

Werner Oppitz: „Der Markt muss nicht mit Gewalt beackert werden.“
NOEN

Der Stadthotel-Chef legt Konzepte für die Zeit nach Corona vor. „Ich bin überzeugt, dass wir – wenn alles gut geht – ab September mit 100 Prozent fahren werden, vorher werden wir gedämpft unterwegs sein.“ Oppitz rechnet mit einer sehr starken Saison von September bis Dezember. „Weil einfach das Bedürfnis der Leute da sein wird, Gewisses nachzuholen“, denkt er an Feiern oder ungezwungene Treffen im Gasthaus. Man müsse dafür gut aufgestellt werden, um finanzielle Defizite aufarbeiten zu können. „Corona ist zweifellos sehr bedrückend und bereitet viel Leid und Sorgen, aber verleiht auch Chancen, die man sonst nicht gehabt hätte.“

„Jimmy’s Kuchl“ kocht nur für Ostermontag

Jimmy Barta: „Wir haben entschieden, dass wir die Krise durchtauchen.“
Archiv

Jimmy Barta wird den Kochlöffel am Ostermontag schwingen, weil sich der Lieferservice anderer meist nur von Freitag bis Sonntag erstreckt. Bärlauchcremesuppe mit Croûtons, Rindsbraten mit Knödel und Preiselbeerpfirsich und Waldviertler Blechkuchen steht am Menü. „Jimmy’s Kuchl“ im Campus Horn hat ansonsten geschlossen.

„Wir haben uns aus wirtschaftlichen Gründen und aus Mangel an Arbeitskräften dazu entschlossen, dass wir die Krise durchtauchen“, erklärt er. Seine tschechischen Mitarbeiter können nicht die Grenze passieren, dazu kommen Energiekosten und der schwer einschätzbare Wareneinsatz. Das zehnköpfige Personal ist in Kurzarbeit, hofft Barta zumindest. Er habe trotz frühzeitiges Ansuchen beim AMS „noch immer keine Zusage erhalten“. Barta denkt jetzt an neue Strategien und „spinnt Visionen“. „Ich komme jetzt zu Sachen, die ich in den letzten 15 Jahre nicht gemacht habe.“