74 neue Häuser in 30 Jahren gebaut. Während viele Dörfer der Region schrumpfen, steigerte Breiteneich seit 1990 seine Einwohnerzahl um 25 Prozent.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:40)
Breiteneich ist voll! Mit Mathias Landauer und Sandra Pfaller haben zur Freude von Ortsvorsteher Alois Burger (von links) auch die letzten Käufer eines Bauplatzes in Breiteneich bereits mit dem Hausbau begonnen.
Reininger

Anfang der 1990er-Jahre gab es in der Horner Katastralgemeinde Breiteneich 101 Häuser und knapp 300 Einwohner. 30 Jahre später sind es 175 Häuser und fast 400 Bewohner – nicht ganz ohne Stolz zog Alois Burger, seit 1990 Ortsvorsteher, Bilanz über die unter seiner Ägide durchgeführte „Wohnbau-Offensive“.

Neben einigen neuen Häusern, die im Ortsbestand entstanden sind, stehen die meisten der neuen Häuser im Siedlungsgebiet im Südosten des Ortes. Dort angesiedelt haben sich neben einigen jungen Breiteneichern vor allem Jungfamilien aus dem restlichen Bezirk Horn, dem oberen Waldviertel, aber auch aus dem Weinviertel. Möglich wurde dieser „Siedlungs-Boom“ laut Burger dank der Äbte des Stiftes Altenburg, die bereit gewesen seien, die Baugründe „zu einem Preis zu verkaufen, bei dem sich jeder, der Interesse hatte, auch einen Bauplatz leisten konnte“.

Der letzte derzeit verfügbare ging übrigens um 31 Euro pro Quadratmeter an den gebürtigen Garser Mathias Landauer. Er gehört gemeinsam mit seiner aus Rodingersdorf stammenden Lebensgefährtin Sandra Pfaller zu jenen, für die die neben der Nähe zur Bezirkshauptstadt Horn auch Ortsvorsteher Burger selbst zumindest ein Mitgrund war, nach Breiteneich zu ziehen. Landauer: „Ich bin über Mundpropaganda auf Breiteneich aufmerksam geworden. Ein Freund kannte Alois, und der hat uns bei der Abwicklung toll unterstützt“, erzählte Landauer über den von der Ortsbevölkerung liebevoll „Burga-Masta“ genannten Ortsvorsteher. Zudem biete Breiteneich – anders als vergleichbare Orte dieser Größe – mit einer Greißlerei samt Café, einem Kindergarten und der Lage an der Kamptalbahn, mit der über Sigmundsherberg auch rasch der Anschluss zur Franz-Josefs-Bahn möglich ist, sowie Freizeitmöglichkeiten wie Sportplatz, Volleyballplatz und Spielplätzen, Dorferneuerungsverein, Feuerwehr und aktiver Jugend eine umfangreiche Infrastruktur.

Neue Siedlung in Mödring fix geplant

Abgesehen von Breiteneich, wo der „Bau-Boom“ nun sein vorläufiges Ende erreicht hat, gibt es derzeit in der Stadtgemeinde Horn Bauplätze nur aus privater Hand. Aber: Für Mödring ist bereits ein neues Siedlungsprojekt geplant, voraussichtlich wird es dort ab dem kommenden Jahr wieder Bauplätze geben.