Kläranlagen-Eröffnung: „Weise Entscheidung“

Kläranlagen-Projekte werden gern auf die lange Bank geschoben. Aber warum? Das zeigte sich bei der Eröffnung in Burgschleinitz.

Erstellt am 15. Oktober 2021 | 10:25
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Eröffnung mit den Bürgermeistern: Andreas Fleischl (Straning-Grafenberg), Johannes Kranner, Harald Ebm, Leopold Winkelhofer, Jürgen Maier, Martin Reiter (Sitzendorf) und Josef Klepp (Maissau).
Foto: Karin Widhalm

Die Klospülung wird gedrückt, das Wasser fließt weg – und kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was dahintersteckt. Meist viel Geld, das überlegt eingesetzt werden soll, wenn es um Errichtung und Erneuerung geht: Das ruft Landtagsabgeordneter Jürgen Maier in Erinnerung, bevor er am Sonntag die Kläranlage Burgschleinitz eröffnet.

Sie hat nicht mehr dem Stand der Technik entsprochen, wie sie in der Wasserrechtsnovelle 1990 vorgegeben ist. Die bis 1989 errichtete Teichkläranlage wurde daher rückgebaut. Ein neues Regenüberlaufbecken ist zu sehen, das „den ersten Spülstoß speichert“, erklärt der Ziviltechniker Harald Ebm. „Dann wird das Wasser in den Schleinzbach direkt eingeleitet.“ Burgschleinitz ist nur mehr für die Vorreinigung zuständig: Der Rechen sondert größte Partikel ab, eine Sandabscheidung wird vorgenommen. Das Kläranlagen-Gebäude ist zudem saniert. Eine Million Euro wird dafür investiert.

„Schiebe das Projekt auch vor mich her“

Die Finanzierung solcher Projekte ist nicht immer einfach zu stemmen. „Ich schiebe das Projekt auch vor mir her“, gibt Maier, selbst Abwasserverbandsobmann (Horn), zu. Bezirkshauptmann Johannes Kranner erinnert sich an seine Zeit in der Wasserrechtsabteilung, einer offenbar berüchtigten „Strafabteilung“. Man habe die Umsetzung der Wasserrechtsnovelle voranbringen wollen. „Überall, wo wir hingekommen sind, waren wir das Schreckgespenst. Fakt war: Es konnte nicht alles auf einmal gemacht werden. Das Geld war einfach nicht da.“ Kranner hält aber das Projekt in Burgschleinitz für „eine weise Entscheidung“. Man müsse das Wasser für die Kinder erhalten.

„Flüsse und Bäche werden nicht mehr belastet“, hält dies Maier ebenso für einen guten Weg. Die Umsetzung von Klär-Projekten „dauert Jahre und das ist gut so, weil es eine überlegte Entscheidung ist.“