Cannabis: Gedealt im größeren Stil?. 21-Jähriger soll 500 Gramm an Freund verkauft haben. Er zeigt sich teilgeständig.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 19. Februar 2019 (08:55)
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Symbolbild

574 Gramm Cannabis-Kraut soll ein 21-Jähriger besessen und verkauft haben: So lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft Krems. Der junge Mann aus dem Bezirk Horn zeigte sich im Bezirksgericht teilgeständig. Er habe im Jahr 2016 ungefähr 30 Gramm Marihuana in drei Tranchen von seinem Bruder genommen und weitergegeben. Nur einmal habe er eine Gegenleistung entgegengenommen: Sein Bekannter habe ihm in der Werkstatt geholfen und zehn Euro überreicht. Richter Thomas Brandstetter fragt, ob der Angeklagte selbst Cannabis konsumiert.

„Nein, ich will beim Bundesheer bleiben“, strebt er die Unteroffizierslaufbahn, die jetzt wegen der Verhandlung blockiert sei, an. Er müsse sich regelmäßig Drogentests stellen. „Das ist ein Kündigungsgrund.“ Ihm sei völlig unklar, wie die 500 Gramm ins Spiel gekommen sind. Der Zeuge, der das ursprünglich behauptet hat, sagt vor dem Richter: „Ich habe mich bei meiner Aussage geirrt.“ Er habe kein Cannabis von dem 21-Jährigen bezogen.

„Weil das in der Szene mehrere machen“

Ein weiterer junger Mann gibt zu, drei Mal Marihuana von dem Soldaten genommen zu haben. Die Übergabe sei im Jugendheim in Irnfritz erfolgt. Der Richter erkundigt sich nach den Beweggründen. Eine Pause tritt ein, dann: „Weil das in der Szene von mehreren gemacht wird.“ Man höre dann, wo man die Droge beziehen könne.

Der Anwalt des 21-Jährigen bat zuerst um Diversion, wies aber dann darauf hin, dass die Tat verjährt sei, da die Weitergabe uneigennützig erfolgt sei. Der Richter sprach den bisher unbescholtenen Mann frei.