Gemeinden im Bezirk Horn bangen weiter um Geld. Gemeinden haben schon einige Projekte verschoben. Parteienverkehr läuft aber weiter gut.

Von Georgia Kazantzidu. Erstellt am 25. November 2020 (05:12)

Auch wenn das Ausmaß der finanziellen Einbußen für die Gemeinden aufgrund der Coronakrise weiter unklar ist – die Sorgen der Bürgermeister im Bezirk Horn sind deutlich.

Sinkende Einnahmen, Gesundheitsausgaben steigen

Auf den Punkt bringt der Garser Bürgermeister Martin Falk (ÖVP) die Problematik für die Gemeinden. Er erwartet eine massive Verschlechterung der finanziellen Situation der Gemeinden. Dabei haben für ihn zwei Parameter große Bedeutung: „Einerseits werden die Steuereinnahmen sinken, auf der anderen Seite werden die Ausgaben für Gesundheit und Sozialleistungen steigen“, befürchtet er.

In Gars sei man gerade dabei, die Unterlagen für das Budget 2021 zusammen zu tragen. Vor der Beschlussfassung im Gemeinderat seien die Fraktionsführer schon in „intensiven Vorbereitungen und Austausch“, die Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen sei dabei konstruktiv.

Ertragsanteile: Ein Drittel fehlt

Mit rund einem Drittel weniger aus den Ertragsanteilen rechnet der Eggenburger Bürgermeister Georg Gilli (ÖVP). Genau sei die Höhe des finanziellen Schadens noch nicht einzuordnen.

Konkrete Zahlen nennt hingegen der Langauer Bürgermeister Franz Linsbauer (ÖVP). Er rechnet mit fixen Einbußen in Höhe von 100.000 Euro. Wobei der Gesamtschaden für die Gemeinde noch nicht abzuschätzen sei, denn: „Wir sind nicht sicher, ob unsere Betriebe überleben werden“, sagt Linsbauer.

Einige Projekte aufgeschoben

In Anbetracht der Situation werden in den Gemeinden vorwiegend nur dringende Projekte ausgeführt. In der Gemeinde Brunn wurden die größeren Projekte „glücklicherweise voriges Jahr abgeschlossen“, erzählt Bürgermeisterin Elisabeth Allram (ÖVP).

Das bereits angeschaffte Feuerwehrauto muss natürlich noch bezahlt werden. In Eggenburg muss laut Gilli allerdings ein Projekt im Bereich der Freizeitparkanlagen verschoben werden. In Langau werden Projekte im Straßenbau und im Bereich der zu sanierenden Gemeindegebäude vorerst ausgesetzt.

Vorerst verschoben wird auch der Bau eines neuen Dorfgemeinschaftshauses in der Garser Katastralgemeinde Kotzendorf. Der Bau des Turnsaales der Sport-Mittelschule Gars, der zusätzlich als Multifunktions-Halle dienen soll, ist laut Falk aber nicht betroffen. Hinsichtlich der geplanten Investitionen in der Burg Gars wird übrigens derzeit intensiv in den Gemeinde-Gremien beraten, welche Bauabschnitte im Jahr 2021 und 2022 umgesetzt werden.

Die Hoffnung auf Unterstützung seitens Land und Bund lebt bei den Bürgermeistern, auf den Punkt bringt es aber der Geraser Gemeindechef Johann Glück (ÖVP): „Es ist uns bewusst, dass Geld auch dort Mangelware ist, nicht nur in den Gemeinden.“ Für den Horner Bürgermeister Jürgen Maier (ÖVP) sei es wichtig, dass weiterhin Handlungsfähigkeit gegeben sei und die Gemeinden weiter investieren. Wenn die Gemeinden als Investoren wegbrechen, wirke sich das auf die gesamte Wirtschaft negativ aus. „Dann wird es sehr eng“, betont Maier.

Parteienverkehr funktioniert

Nach Angaben der Bürgermeister funktioniert der Parteienverkehr in den Gemeindeämtern unter Einhaltung der Hygienevorschriften sehr gut. In Gemeinden ohne Parteienverkehr findet das Bürgerservice nach telefonischer Terminvereinbarung statt. Die Kinderbetreuung in Kindergärten und Volksschulen funktioniere dank deren engagierten Leiter ebenfalls sehr gut.

Auf die Notwendigkeit einer guten Kommunikation mit den Bürgern und eines Unterstützungsangebots für alle, die Bedarf haben, weist Linsbauer hin. Er ist besonders erfreut, dass sehr viele Jugendliche bei dieser Unterstützung tatkräftig beteiligt sind.

Ein großes Anliegen der Bürgermeister sei die Aufrechterhaltung des Gemeindebetriebes. Damit die Infektionszahlen zurückgehen, appellieren sie an die Bevölkerung, sich an die Vorschriften zu halten. „Wir müssen schauen, dass wir die Spitäler entlasten. Gemeinsam schaffen wir das“, sagt Glück.

Impfpflicht? Von Gesprächspartnern nur Falk dafür

Als einziger der befragten Bürgermeister spricht sich Martin Falk für eine Impflicht aus. Allein in Gars gebe es zur Zeit mehr als 20 positive Fälle in allen Alters- und Berufsgruppen – „teils mit einem besorgniserregenden Krankheitsverlauf“, meint Falk.