Maier im Verbal-Clinch mit Grünen. Walter Kogler-Strommer (Die Grünen Horn) sprach von Minus von nur 61 Tonnen bei CO 2 , Bürgermeister bezweifelt Zahlen.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 24. Dezember 2020 (03:56)
Bürgermeister Jürgen Maier: „Mehr Engagement statt reden!“
RK

„Ich habe die Aussagen öffentlich getätigt, daher werde ich auch nach der Anfrage der Grünen öffentlich dazu Stellung nehmen“, stellte Bürgermeister Jürgen Maier – sichtlich um Contenance bemüht – noch vor der Gemeinderatssitzung klar, dass dieses Statement nicht Teil der Sitzung sei.

Bei der letzten Sitzung im Oktober hatte Maier die „Dringliche Anfrage“ der Grünen Horn, was die Stadt betreffend die Aufnahme von Flüchtlingen – speziell aus Moria auf der griechischen Insel Lesbos – zu tun gedenke, dahingehend beantwortet, dass Horn „das Plansoll erfüllt“ habe und „auf die Hilfe vor Ort“ gesetzt werde.

Walter Kogler-Strommer (Die Grünen Horn): „2019 wurden nur 61 Tonnen CO 2 eingespart!“
sRupert Kornell

Die Dringliche schaffte es damals nicht in die Tagesordnung, die danach folgende schriftliche Anfrage von Walter Kogler-Strommer beantwortete Maier insofern, dass er die Aussage von damals aufrecht erhalte, es sei „die Meinung der Mehrheitsfraktion“, und dass der Begriff „Plansoll“ nicht rechnerisch gemeint sei. Dass Horn nach wie vor die Flüchtlingshilfe ernst nimmt, zeige die Unterstützung der Aktion „Willkommen Mensch! in Horn“ und dass 155 Personen aus der Asylkrise von damals in Horn wohnhaft sind.

Ein zweites Mal war Maier „gefordert“, und zwar nach dem ausführlichen Bericht von Umweltstadtrat Wolfgang Welser über die Aktivitäten im auslaufenden Jahr 2020.

„Im Umweltbereich ist etwas weitergegangen!“

Umweltstadtrat Wolfgang Welser: „Im Umweltbereich ist 2020 etwas weitergegangen.“
sRupert Kornell

Wolfgang Welser sprach von einem schwierigen Jahr, in dem man Aktionen wie die Flurreinigung oder den Tag der Schrebergärten oder den Mobilitätstag nicht habe durchführen können. „Und trotzdem ist etwas weitergegangen“, meinte er und verwies auf eine ganze Reihe von Aktionen und Maßnahmen im heurigen Jahr.

Dazu zählen laut Welser unter anderem die Umsetzung des Konzepts für die Grünraumgestaltung, das Ziel, bis 2030 tausend Bäume zu pflanzen, dem man wieder ein Stück näher gekommen sei („Auch Gemeinderäte könnten Baumpartner sein!“), das Ersetzen gefällter Bäume durch neue, ein vierter Container am Bauhof für Kartonagen, um nur einige zu nennen. Ein Problem sei nach wie vor der Sperrmüll, da etliche Haushalte zur Entsorgung Gegenstände auf die Straße stellen, die nicht Sperrmüll sind. „Das Sammelzentrum Rodingersdorf ist der geeignete Ort zur Abgabe!“ Die in der Stadt aufgestellten Aschenbecher hätten sich bewährt, bei einer Zählung habe man nach dem Straßenkehren statt 800 weniger als die Hälfte Zigarettenstummel gefunden.

Eine Diskussion über den Bericht ist nicht vorgesehen, auch keine Abstimmung, trotzdem ließ Maier eine Wortmeldung von Kogler-Strommer zu: „Laut meinen Berechnung betrug 2019 der CO 2 -Ausstoß in der Stadtgemeinde Horn 73.770 Tonnen, aufgrund des Umweltberichts eingespart wurden aber nur ganze 61 Tonnen.“

Das brachte Maier aus der Fassung: „Du wirfst da Zahlen nach vorne, die durch nichts belegt sind, nicht nachvollziehbar. Ich würde mir mehr Engagement der Grünen in der Stadt wünschen, statt nur zu reden. Damit ist die Diskussion beendet!“