Den Insekten verfallen. EGGENBURG | Burghard Hausleithner seit vielen Jahren als Forscher im Bereich der Stab- und Gespenstschrecken aktiv. Malaysisches „Wandelndes Blatt" trägt seinen Namen!

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 18. Februar 2014 (23:59)
NOEN, Martin Kalchhauser
Der Eggenburger Phasmiden-Forscher vor seinem Insektenschrank mit einer kleinen Auswahl seiner Stabschrecken, den weltweit größten Insekten.
Von Martin Kalchhauser

„Insekten haben mich schon immer interessiert“, meint Burghard Hausleithner, 63, wenn man ihn fragt, wie er auf das Thema gestoßen ist. Was wenige wissen: Der Eggenburger, der bis 2012 als Hauptschulllehrer in Ravelsbach Deutsch und Biologie unterrichtete, ist international gefragter Fachmann auf dem Gebiet der Stab- und Gespenstschrecken (Phasmiden).

Mit einem Zoologiebuch fing alles an, im Zuge seiner Ausbildung im Francisco-Josephinum Wieselburg vertiefte sich das Interesse und mündete in der Ausbildung zum Biologielehrer und Lehrer-Fortbilder. „Als Biologielehrer musst du dich solche Tiere einfach angreifen trauen“, betreute er in der HS Ravelsbach ein Insektarium mit Stab- und Gespenstschrecken. Diese Pflanzenfresser kommen vor allem im asiatischen Raum vor.

Pflanze trägt seinen Namen

Hausleithner kam in Kontakt mit dem Naturhistorischen Museum Wien (NMH), durfte dort arbeiten und forschte über das „Wandelnde Blatt“, eine einem Pflanzenblatt täuschend ähnlich sehende Phasmide aus Malaysien. Die von ihm 1983 wissenschaftlich beschriebene große Art, die er Phyllium giganteum nannte, trägt seither in Beifügung den Namen Hausleithner.

NOEN, Martin Kalchhauser
x


„Die internationale Korrespondenz war nicht einfach“, erinnert der Forscher daran, dass es kein Internet gab, Briefe an seine Partner an der Universität Quito (Ecuador), im Natural History Museum in London (England) und auf Borneo mitunter wochenlang unterwegs waren. „Ich habe viel gelernt“, erinnert sich Hausleithner auch an mühsame Momente. So musste er sich Latein aneignen, sein Englisch perfektionieren und bekam Briefe in Französischer und Italienisch. Auch auf dem Gebiet der Geografie, vor allem im asiatischen Raum, musste er sich erst firm machen.

Internationale Anerkennung in Fachpublikationen

Zahlreiche seiner Arbeiten sind international anerkannt, in Fachpublikationen werden seine Forschungen zitiert. Neben vier Phasmiden, die seinen Namen als Zusatz in Klammer tragen, gibt es auch ein Wandelndes Blatt, das ihn überhaupt unsterblich macht. Der Engländer Paul Brock gab einem 80 mm großen Insekt 1999 nämlich in Anerkennung der Arbeit des Eggenburgers den Namen „Phyllium hausleithneri“.

Der Eggenburger Phasmiden-Forscher vor seinem Insektenschrank mit einer kleinen Auswahl seiner Stabschrecken, den weltweit größten Insekten.