Zitternberg: „Vorbilder werden dringend gesucht!“

Erstellt am 21. September 2021 | 17:15
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Auf Einladung von Georgia Kazantzidu und Matthias Laurenz Gräff (hinten) kamen Indra Collini, Helmut Hofer-Gruber und Bernd Pinzer von den Neos zu einer Diskussion nach Zitternberg.
Foto: Rupert Kornell
Neos-Landespolitiker in Diskussion mit politisch interessierten Bürgern.

Eine spannende Diskussion im Rahmen der Serie „Dialog im Kamptal“ zu Themen wie Pensionierungen, Generationenvertrag, Glaubwürdigkeit von Politikern und natürlich Corona gab es im Atelier von Matthias Laurenz Gräff und Georgia Kazantzidu in Zitternberg. Auf dem Podium diesmal die Neos mit Landessprecherin und Klubobfrau Indra Collini, Landtagsabgeordnetem Helmut Hofer-Gruber und ihr Fraktionsdirektor Bernd Pinzer.

Im Mittelpunkt standen aber saubere Politik, Vertrauen in Politiker und Politikverdrossenheit. Und natürlich waren die Regierenden in Bund und Land im Zentrum der Kritik der Neos. So formulierte Hofer-Gruber etwa, dass man „das Land von Politikern befreien müsse, die es in Geiselhaft genommen haben“, und Collini meinte: „Die Leute haben die Nase gestrichen voll von Politik, weil der Anstand verloren gegangen ist.“ Und nannte als Beispiele dafür den Postenschacher, die diversen Chat-Protokolle oder die Angriffe auf die Justiz im Bund sowie fehlende Transparenz und Information etwa bei den Bedarfszuweisungen im Land.

Politiker nur „Verwalter“

„Die Leute brauchen Vorbildwirkung“, forderte sie die Regierenden auf, in deren Streben nur der eigene Machterhalt stehe, die nicht auf der Suche nach Lösungen seien. Und ihr Fraktionskollege meinte: „Ihnen muss klar sein, dass sie Steuergelder nur verwalten. So finanziert nicht das Land zum Beispiel Grafenegg, sondern der Steuerzahler.“ Zur Transparenz müsse auch noch die Kontrolle kommen. „Der Rechnungshof tut zwar sein Möglichstes, darf aber nicht überall hineinschauen. Und es gibt keine Konsequenzen bei von den Politikern verursachten Flops.“

Transparenz gefordert

Wie man mehr Vertrauen gewinnen und Politikverdrossenheit überwinden könne, fragte Pinzer. „Durch eine anständige Politik, für die die Neos stehen, für Haltung, für Lösungen nicht für die Mächtigen, sondern für die Menschen“, fasst die Klubobfrau zusammen. Information für die Bürger müsse die Regel sein, der „dichte Filz“, entstanden durch enge persönliche Kontakte müsse aufgelöst, Vorhaben transparent abgewickelt werden, dann würden die Menschen wieder Vertrauen gewinnen.