Aus für die Nostalgiewelt im Herbst. Vereins-Obmann Rudolf Hauer macht Stadtgemeinde mitverantwortlich. Bürgermeister Gilli vermisst Konzept für Zukunft.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 20. Mai 2020 (06:14)
Auch ohne „RRRollipop“ will die Nostalgiewelt in Eggenburg heuer zahlreiche Gäste anziehen. Mit einem Fest am 26. Oktober könnte dann aber endgültig Schluss für das Museum sein.
privat

Zu Beginn des Jahres gab es Spekulationen um das „Aus“ für die Nostalgiewelt. Obmann Rudolf Hauer dementierte diese Gerüchte im März via NÖN und stellte zumindest die Öffnung im Jahr 2020 in Aussicht – die erfolgte nun auch am vergangenen Wochenende. Dennoch soll laut Hauer nun mit dem 26. Oktober der Schlussvorhang für das Eggenburger Museum fallen.

„Schwierigkeiten mit Gebäude“

Als Grund für das Aus für die Nostalgiewelt nannte Hauer gegenüber der NÖN, dass es „Schwierigkeiten mit dem Gebäude“ gebe: „Die Stadtgemeinde will es anderweitig verwenden“, meinte er. Aus seiner Sicht sei diese Entscheidung nicht verständlich, sei die Nostalgiewelt doch mit seinen Gästen (laut Hauer waren es im Vorjahr 22.000) ein wichtiger Faktor im Eggenburger Tourismus. Zudem sei man bei der Gästezahl zuletzt drei Mal in Folge bei der „Lange Nacht der Museen“ das Top-Museum in Niederösterreich gewesen und habe heuer mit 903 Gästen renommierte Häuser hinter sich gelassen.

Bürgermeister vermisst Konzept für Zukunft

Bürgermeister Georg Gilli.
TW

Auf diese Kritik angesprochen erwiderte Bürgermeister Georg Gilli, dass ein mögliches Aus für die Nostalgiewelt nicht Schuld der Stadtgemeinde sei. Abgesehen davon, dass die von Hauer genannte Gästezahl zu hinterfragen sei, seien dem Museum auch jene Exponate abhandengekommen, wegen derer die Gäste gekommen seien. Denn die Sammlung „Roller, Rollermobile und Raritäten“ – historische Kleinwagen vorwiegend aus Deutschland und England, die in der Nostalgiewelt ausgestellt waren – wird von den Besitzern im Dorotheum versteigert. Der Verein habe kein Konzept vorgelegt, wie man in Zukunft bestehen möchte. Daher habe man sich geeinigt, die Zusammenarbeit auslaufen zu lassen. Für die Nachnutzung des Gebäudes gebe es bereits Interessenten, fix sei aber noch nichts, so Gilli.

Ersatz für „RRRollipop“?

Rudolf Hauer, Obmann der Nostalgiewelt Eggenburg.
Martin Kalchhauser

Laut Hauer soll an die Stelle des „RRRollipop“ als neue Attraktion ein „Indoor Autokino“ treten. Hier wird es laut Hauer „Oldtimer zum Anfassen, einige auch zum Reinsetzen“ geben. Dabei soll es sich vorwiegend um Puch-Modelle handeln. Auch eine Vorführung von „Filmszenen, in denen diese Oldtimer eine Hauptrolle spielen“, soll es geben. Der Ton kommt zum Teil aus den Radios in den Autos.

Daneben gibt es eine Sonderausstellung über die österreichischen Automobilkonstrukteure Hans und Erich Ledwinka mit Tatra- und Puch-Fahrzeugen. Aber auch Fußball-Freaks kommen in der Nostalgiewelt auf ihre Rechnung: Im Filmbereich kann man die Geschichte des österreichischen Fußballs filmisch verfolgen. Mit einem Fest am 26. Oktober will man dann Abschied feiern. Ob der Verein dann als Oldtimer-Verein weiter bestehen wird, sei möglich.

Saisonauftakt unter strengen Auflagen

Generelle Öffnungszeiten wird es vorerst – zumindest bis Juli – nicht geben, weil sonst die Erfüllung der behördlichen Auflagen im Eingangs- und Ausstellungsbereich sowie im Kaffeehaus nicht sichergestellt werden kann, wie Hauer erklärte.

Da man sich streng an die behördlichen Auflagen halten will, wird es vorerst nur für Gruppen bis zehn Personen Einlass geben. Dafür ist eine Voranmeldung zumindest 24 Stunden vor dem gewünschten Termin erforderlich. Unter diesen Voraussetzungen ist für die Besucher auch das Kaffeehaus geöffnet, weil so die Mindestabstände garantiert werden können. Wenn größere Gruppen kommen wollen, müssen diese in Zehnergruppen gesplittet und die Führungen zeitlich gestaffelt werden.

„Zwutschki Pomali“ am 30. August

Anmeldungen zur traditionellen Oldtimer-Ausfahrt „Zwutschki Pomali“ (heuer am 30. August) sind indes bereits möglich.

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