„Aus“ für Postfiliale mit August fixiert. Post AG kündigte Schließung der Filiale mit August an – und sorgte damit bei Gemeindevertretern für Verärgerung.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 22. Juli 2020 (05:26)
Schon bald Geschichte: Die Post AG wird mit August die Postfiliale in Eggenburg schließen. Die Suche nach einem Postpartner in Eggenburg brachte bisher noch keinen Erfolg.
Thomas Weikertschläger

Jetzt ist es fix: Eggenburg verliert sein Postamt. Das machten die beiden Postvertreter Alfred Wühl (Change Manager) und Josef Hofbauer (Verkaufsleiter) bei einem Gespräch am Gemeindeamt mit Bürgermeister Georg Gilli, Vizebürgermeister Josef Kirbes und Stadtamtsdirektor Burkhard Hammer klar. Geschlossen wird das Postamt mit August, Postpartner ist übrigens noch keiner gefunden.

Einige Bewerber, keine Lösung

Er sei dazu aufgefordert worden, bis August „eine Veränderung“ in Eggenburg herbeizuführen. Da es zwar Bewerbungen von Eggenburger Unternehmen für eine Postpartnerstelle gegeben, aber „bis jetzt aus verschiedenen Gründen nichts daraus geworden“ sei, bedeute das, dass Eggenburg ab August völlig ohne Postversorgung dastehen werde, sagte Wühl.

Vorübergehend werde der Postbetrieb über den Postpartner in Röschitz (im neuen Nahversorgungsgeschäft) erfolgen. Er werde aber weiter nach einem Postpartner in Eggenburg suchen, sagte Wühl. Die von Gilli gestellt Frage, was passiere, wenn ein möglicher Postpartner nach zwei Jahren die Lust verliere, beantwortete Wühl so: „Dann suchen wir einen neuen.“

Hat Post Zahlen bewusst nach unten gelenkt?

Vizebürgermeister Josef Kirbes meint, er habe den subjektiven Eindruck, dass die Post dem Eggenburger Standort bewusst nach und nach Geschäft weggenommen habe, um wegen der dann rückläufigen Umsätze einen Grund für die Filialschließung zu haben. Als Beispiele nannte er die Verlagerung des Zustelldienstes nach Ziersdorf, dann seien Massensendungen nicht mehr über Eggenburg abgerechnet worden.

„Da wurden die Rosinen wegverlagert und jetzt sagt man, Eggenburg rechnet sich nicht mehr“, ärgert er sich. Stimmt nicht, sagt hingegen Wühl. Diese Bereiche seien ohnehin über andere Rechenstellen abgerechnet worden, man habe vielmehr über das Energieservice, A1-Angebote oder Handelswaren versucht, Umsatzbringer nach Eggenburg zu holen. Aber, so Wühl: „Das wurde leider nicht angenommen.“

Geldgeschäfte beim Bäcker?

Gilli zeigte sich über das Vorgehen der Post entsetzt. Auch wenn die Post als Aktiengesellschaft gewinnorientiert arbeiten müsse, bedeute die Entscheidung, dass „ihr die Versorgung der Bevölkerung scheißegal“ sei, ärgerte er sich. Es sei nicht zu verstehen, dass man künftig seine Geldgeschäfte bei einem Bäcker oder einem Tischler abwickeln solle.

Postpartner als Frequenzbringer oder Hemmschuh?

Während Wühl das Beispiel Weitra – auch hier wurde das Postamt geschlossen, zuletzt wurden zwei Postpartnerstellen eröffnet – als Vorzeigebeispiel hinstellen wollte, hielt Gilli entgegen, dass Postpartner im Bezirk Horn ihre Situation beklagen. Kurzfristig brächten die zwar Frequenz, langfristig mache die Post aber den Betreibern das Leben schwer. Laut Wühl gebe es lediglich fünf Prozent Fluktuation bei den Postpartnern (eingerechnet Pensionierungen und Betriebsübergaben), die Situation könne also nicht so tragisch sein.

„Schwarzer Peter“ für Gemeinde?

Laut Hofbauer müsse die Gemeinde Interesse daran haben, die Infrastruktur in der Gemeinde zu erhalten und solle helfen, einen Postpartner zu finden. Für Gilli und Kirbes allerdings lediglich der Versuch, den „schwarzen Peter“, falls sich wirklich kein Postpartner finden lässt, auf die Gemeinde abzuwälzen. Zudem gebe es im Zentrum keinen Betrieb, der die notwendigen Lagerflächen für einen Postpartner bieten könne.

Postpartner in alter Postfiliale?

Für Verärgerung bei den Gemeindevertretern sorgte der Vorschlag Hofbauers, die bisherige Postfiliale an einen potenziellen Postpartner-Betreiber zu vermieten. Während er und Wühl die Frage, ob es dafür schon Pläne bzw. Konzepte wegen Höhe der Miete gebe, zunächst verneinen („Das ist nicht unsere Zuständigkeit“), gibt Wühl kurz darauf zu, dass er einem Interessenten bereits einen Mietvertrag angeboten habe. Das erwecke bei ihm wieder den Eindruck, dass „nicht ehrlich mit uns umgegangen wird“, meinte Kirbes.

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  • Post-Schließung in Eggenburg: Vorgehen der Post okay?