„ElkiZ“, der Herbst und die Zukunft: Ein- und Überblick. Leiterin Sandra Fasching gibt einen ersten Einblick in das kommende Programm – und in das Projekt „Generationenzentrum“ in Eggenburg.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 29. Juli 2021 (04:35)
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Sandra Fasching mit dem „Prototyp“ der neuen Broschüren mit den ElkiZ-Herbstangeboten.
Widhalm, Widhalm

Die 2020 erstmals vorgestellt Idee, dass Eltern-Kind-Zentrum „ElkiZ“ in ein „Zentrum für Generationen“ auszubauen, ist einen Schritt näher gekommen. Der Gemeinderat beschloss, dafür den alten Kindergarten zur Verfügung zu stellen. Jetzt wird noch an Details gefeilt, erklärt ElkiZ-Leiterin Sandra Fasching.

Aber das Ziel ist klar: Das ElkiZ will nicht nur das Kind von Geburt an begleiten, sondern in dem Pilotprojekt verstärkt die ältere Generation („von der Wiege bis zur Biege“). Begegnungen zwischen Jung und Alt sollen ermöglicht werden. „Manche Eltern ziehen aufs Land und haben nicht den Anschluss, andere haben keine Kinder und suchen den Kontakt“, sagt Fasching. Die Ideen reichen bis hin zu einem Spieletestfest. Die Nachfrage nach Angeboten ist jedenfalls groß.

„Man merkt richtig, wie die Mamas den Kontakt suchen. Dieser Austausch hat gefehlt.“ Sandra Fasching über das „Sommercafé“

Zieht das ElkiZ in den alten Kindergarten um, ist die Barrierefreiheit kein Problem mehr: Jetzt gehen Ältere teilweise mit Stock über die Stiege hinauf, um bei den „Sesselkreis-Übungen“ dabei sein zu können. Und: Der „ElkiZ“-Platz wird von 180 auf 500 Quadratmeter wachsen. Mehr Bewegungskurse werden in den vier größeren Räumen möglich sein. „Wir verdreifachen uns fast“, erzählt Fasching, dass man derzeit aus allen Nähten platze. Auch, weil die Besuchsbegleitung zunimmt: Mit ihr wird die Anbahnung des Kontaktes zwischen Kind und Elternteil versucht, wenn dieser wegen einer konfliktbehafteten Trennung abgebrochen ist.

Der Alltag im ElkiZ ist in der Zwischenzeit zurückgekehrt, nachdem die Türen coronabedingt von November bis Mai geschlossen waren. „Das war schon eine lange Zeit“, sagt Fasching. Nicht nur einmal hat sie sich gewundert, wie groß die Kinder in dieser Zeit geworden sind.

Das „Sommercafé“ fand in der vorigen Woche statt: „Zum ersten Mal ohne Begrenzung, nur mehr die 3G-Regeln: Das war voll schön“, freut sie sich. „Die Bude war voll, obwohl es so heiß war.“ Üblicherweise ziehen Familien an solchen Tagen doch eher das Freibad vor.

„Man merkt richtig, wie die Mamas den Kontakt suchen. Dieser Austausch hat gefehlt“, findet die Leiterin. Das ElkiZ hat zwar Online-Meetings abgehalten, ein zwangloses Gespräch unter vier Augen ist in diesem Rahmen aber nicht möglich. Das nächste Sommercafé ist am 26. August geplant, bis dahin wird das ElkiZ-Programm für die Herbst- und Winter-Saison (bis zum Februar) fertig sein. Die letzte Korrektur-Phase läuft gerade, Anfang August geht die Broschüre mit allen Terminen – zirka 50 Angebote – online.

Eines der neuen Angebote setzt im letzten Kindergarten-Jahr an, damit sich die Kids gut an die Volksschulzeit herantasten können. Kinderyoga wird kommen – oder ein Tanzgarten. Ein Kurs, der zu den schnell ausgebuchten gehört, ist der „Zwergensprachkurs“ (ab sechs Monate). Eltern lernen mit den Kleinkindern, wie sie mit einfachen Handzeichen aus der Gebärdengesprache (zum Beispiel für „essen“) kommunzieren können. „Die Kinder haben einen Sprachvorsprung bis ins Schulalter hinein“, erklärt Fasching, die den Kurs leitet und die Methode mit ihren drei Kindern erlernt hat.

„Es ist schön, zu wissen, was in den Kindern vorgeht.“ Die ausgebildete Kindergarten-Pädagogin nennt ein Beispiel: Eine ihrer Teilnehmerinnen hat ihr erzählt, dass ihr Kind beim Windelwechseln von einem Tag auf den anderen unrund geworden ist. Sie fragte schließlich, was es denn brauche. Das Kind macht das Zeichen für Flieger – und die Mutter wusste: Es liegt daran, dass die Windel kein Muster mit Flugzeugen mehr hatte. Sie nahm einen Stift, malte einen Flieger auf die Windel – und die Situation war gerettet. Eine Erfahrung, die wohl ohne ElkiZ nicht möglich gewesen wäre.