Grüne pochen auf Franzl-Bahn-Ausbau. "Wir wollen mehr und wir wollen es rascher", sagt Grüne-Verkehrssprecherin Helga Krismer. Landesrat Ludwig Schleritzko geht indes auf geplante Erneuerungen hin.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 23. Juni 2020 (15:06)

Die Initiative „Pro FJB“ pocht in einer Pressekonferenz mit den Grünen  auf einen ambitionierteren Ausbau der Franz Josefs-Bahn (FJB), deren Streckenabschnitt von Eggenburg nach Wien vor genau 150 Jahren in Betrieb genommen wurde.  „Wir wollen, dass die Franz Josefs-Bahn das Rückgrat für das Waldviertel wird“, sagt Helga Krismer, Landtagsabgeordnete und Grüne-Verkehrssprecherin.

Der Bürger habe das Recht auf eine europäische, zeitgemäße Zugverbindung. „Koste es, was es wolle.“ Die FJB müsse sich mit einer Westbahn oder Südbahn vergleichen können. 

Grüne-Nationalratsabgeordneter Martin Litschauer, selbst Wien-Pendler, ergänzt: „Der Ruf geht ganz deutlich nach kürzeren Fahrzeiten bis nach Wien.“ Ihm fehle zudem Wlan-Verbindungen und Steckdosen in den Doppelstockwaggons. Der Abzug der Cityjets in den Zentralraum ist für ihn ein Rückschlag.

"Pro FJB": Cityjets würden Fahrzeit verkürzen

Längst hätte man auf die Franz Josefs-Bahn durchgehend Cityjets einsetzen sollen, findet Gerald Hohenbichler, treibende Kraft der „Pro FJB“. Das alleine könne eine Fahrzeitverkürzung von 16 Minuten bedeuten, weil die Maschinen eine schnellere Bremstechnik vorweisen.

„Nun ist es an der Zeit, Versprechungen zu einem wirklichen Ausbau umzumünzen“, betont Hohenbichler. 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges müsse die Bahn internationalisiert werden: Er denkt dabei unter anderem an geänderte Streckenführungen, auch, um Kurven ausmerzen zu können.

Grünen: "Gemeinsam an Lösungen arbeiten"

Der Dreiphasenplan, 2016 erstmals vorgestellt, reiche Krismer zu wenig. „Wir wollen mehr und wir wollen es rascher.“ Begradigungen, zweigleisiger Ausbau und eine moderne Ausstattung sind für die Grünen wichtige Punkte. Man wolle dafür kämpfen, auf Konfrontationskurs geht man nicht.

„Ich wünsche mir vom Land NÖ, dass wir da gemeinsam an Lösungen arbeiten“, sagt Litschauer. Krimser erklärt gleichermaßen, dass Bund und Land an einem Strang ziehen müssen. "Es gibt keinen Keil", sagt sie. „Mir fehlt es hier wirklich noch an der Leidenschaft der ÖVP Niederösterreich.“ 

Landesrat Ludwig Schleritzko betont in einer Presseaussendung, dass die 150-jährige FJB heute „eine erfolgreiche Vorzeige-Regionalbahn mit engen Taktverkehren und hohen Fahrgast-Steigerungen“ sei. Er weist etwa auf eine erst erfolgte  Stundentaktverdichtung zwischen Wien und Gmünd hin.

Schleritzko: Erneuerungsschritte geplant

Die Franzl-Bahn werde „auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Waldviertel spielen“. Das Land NÖ habe mit Bund und ÖBB Infrastruktur die Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h geplant. Oberleitungen, Oberbau, Brückenbauwerke und Signaltechnikanlagen sollen erneuert werden. Zweigleisige Streckenabschnitte bei Irnfritz und Sigmundsherberg, zudem die Direktanbindung Horn sollen realisiert werden. „Bis Mitte der 2020er-Jahre sollen wesentliche Teile dieser Pakete umgesetzt werden“, so Schleritzko.