Festakt mit Uraufführung: "Ganz mächtig stolz" . Bürgermeister Georg Gilli hat seine Freude mit den 35. Eggenburger Kulturwochen - zu recht: Nicht nur junge Talente waren beim Festakt zu sehen und zu hören. Die Eggenburger Hymne erlebte ihre Uraufführung.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 18. Oktober 2019 (09:33)

Einen Abend voller Überraschungen hatten die Organisatoren schon in der Einladung – ohne Details zu verraten – versprochen und das wiederholt Raiffeisenbank-Direktor Gerhard Kabesch in seiner Begrüßung. Der Festakt der Eggenburger Kulturwochen zeigt am Mittwoch (18. Oktober) tatsächlich, wie viel künstlerisches Potenzial in der Region steckt. Man feiert mit Gästen, die mit ihren jungen Jahren zum Staunen bringen oder die – für sie überraschend – eine Ehrung erhielten, im Raiffeisensaal den 35. Geburtstag der Veranstaltungsreihe.

Noch einer hat an diesem Tag Geburtstag: Bürgermeister Georg Gilli. „Ich bin dankbar, dass ich diesen Abend mit Ihnen verbringen darf“, erzählt er. „Mir ist in diesem Jahr bewusst geworden, dass die Gesundheit nicht selbstverständlich ist.“ Er hatte im Juli einen Herzinfarkt erlitten. „Ich bin ganz mächtig stolz auf diese Kulturwochen. Der Erfolg, den man an der Besucherzahl sieht, gibt uns recht“, dankt er „den Menschen, die die Kulturwochen zu dem machen, was sie sind“.

Claudia Steininger-Gurnhofer von der Bezirkshauptmannschaft Horn ist mehr als beeindruckt angesichts der regionalen Virtuosen, die an diesem Abend anwesend sind oder die im Programm vertreten sind. „Das sind lauter Künstler unter uns!“, betont sie. „Das ist fantastisch.“ 

Stadträtin Margarete Jarmer hebt die Arbeit der Bildungsstätten und Vereine hervor: Die Musikschule bildet Junge aus, die Musikmittelschule lädt jährlich zum Musical, der Bürgerkorps ist wichtig im Reigen der Feste, das Forum Eggenburg ist die Basis für die Malakademie – und die Theatergruppe hat einen jungen Mann dazu gebracht, Schauspieler zu werden. Michael Edlinger hat in seinem Hobby die Berufung gefunden, ist im Fernsehen zu sehen und erzählt, dass er sich selber nie als Künstler gesehen habe.

„Das Schauspiel war für mich nie große Kunst, sondern mehr Unterhaltung“, habe er die Bildhauerei, Malerei oder die Musik vielmehr dazu gezählt. Künstler schaffen in diesen Bereichen etwas Greifbares. Im Laufe der Jahre habe er seine Meinung geändert.

Jarmer bittet Zeichnerin Jennifer Bayer und Glasätzer Werner Goll auf die Bühne: Sie zeigen ihre Arbeiten gerade in der Raiffeisenbank. Und die Stadträtin spricht Ehrungen aus: Nora Hermann aus Reinprechtspölla ist als äußerst fleißige Leserin „Junior Bibliothekarin“. Die zwei Jungmusiker Luisa Busta (10) und Adrian Ravel (15) aus Eggenburg erhielten für ihren Fleiß und ihre Können Ehrungen. Ravel gibt daraufhin eine Eigenkomposition auf der Querflöte zum Besten: Der Jubel beweist die Begeisterung des Publikums.

Die Zuhörer bleiben übrigens nicht inaktiv: Sie sagen zum ersten Mal die Stadthymne Eggenburg, die Manfred Palmberger schrieb, wobei er bei der Melodie Unterstützung Ferdinand Kickinger erhielt.

Dass sie bald die Bühne betreten werden, wussten Musiklehrerin Ulrike Jordan, Andreas „Mr. Mondscheinkino“ Zeugswetter und Günther Bauer, Tonmeister und Kulturkeller-Gründer, nicht. Der Bürgermeister übergibt ihnen für ihren Einsatz das Kulturehrenzeichen der Stadt Eggenburg.

Der Festakt ist übrigens nicht der Startpunkt für die Kulturwochen: Sie laufen seit dem Mittelalterfest und dauern bis in den Advent hinein (www.eggenburg.gv. at) Achtung: Die 40-Jahres-Feier der Volksschule Eggenburg beginnt um 17 Uhr (24. Oktober), auf Druckmaterialien steht eine falsche Zeitangabe.

Mehr über die Künstler und Geehrten erfahrt ihr in der kommenden Ausgabe der NÖN.