Stadt Horn „kauft“ die Sporthalle. Auch Resolution gegen ein Atommüll-Endlager in Tschechien beschlossen.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:40)
Nach 15 Jahren – und nach Bezahlung der festgelegten Leasingraten – geht der 2/3-Anteil der Stadt an der Sporthalle in ihren Besitz über.
Kornell

Zwei Punkte prägten die letzte Sitzung des Horner Gemeinderats, nämlich ein von allen Fraktionen unterzeichneter Dringlichkeitsantrag und der „Kauf“ der Sporthalle.

Im Jahr 2003 beschlossen die damaligen Mandatare, den Einfach-Turnsaal (15 mal 27 m) der Polytechnischen Schule, die zu dieser Zeit errichtet wurde, auf eine Dreifach-Sporthalle im Ausmaß von 45 mal 27 m zu erweitern, womit zwei Drittel des Bauwerks der Stadtgemeinde zuzuschreiben sind.

„Wir stellen uns ganz klar gegen ein Atommüll-Endlager an der österreichischen Grenze, wir brauchen und wir wollen das nicht!“ - Bürgermeister Jürgen Maier

Die NÖ Raiffeisen-Leasing Gemeindeprojekte GmbH errichtete das Gebäude in Form eines Superädifikates mit Investitionskosten von 1,9 Millionen Euro, die Grundmietzeit wurde auf 15 Jahre festgesetzt und endete im Jänner dieses Jahres.

Nun, weil die 15-jährige Mietzeit abgelaufen ist, „kauft“ die Stadt ihren Anteil zurück, muss dafür aber kein Geld (außer den Kosten für den Kaufvertrag sowie die Gebühren) in die Hand nehmen, weil, wie Finanz-Stadtrat Heinrich Nagl erklärte, „der Gesamtkaufpreis in der Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro durch die in den vergangenen Jahren geleisteten Kautionen zwischenzeitlich vollständig entrichtet wurde und mit der Kautionssumme aufgerechnet wird“.

Einstimmig wurde auch der von allen Fraktionen unterzeichnete Dringlichkeitsantrag beschlossen, der sich gegen ein Atommüll-Endlager in Tschechien nahe der österreichischen Grenze wendet. „Wir stellen uns ganz klar gegen diese Absicht, wir brauchen und wollen das nicht“, betonte Bürgermeister Jürgen Maier und dankte dem Umwelt-Aktivisten Gottfried Brandner aus Grünberg, der ihn auf diese Absicht Tschechiens hingewiesen hat.

In der Resolution, die auch dem Land und dem Bund den Rücken stärken soll, spricht man sich „entschieden gegen die Errichtung des geplanten Atommüllendlagers in der Tschechischen Republik“ aus, da die drei ins Auge gefassten Orte nur 30 bis 50 km von der österreichischen Grenze entfernt sind und „ein enormes Gefahrenpotenzial für die österreichische Bevölkerung speziell im Wald- und Mühlviertel“ darstellen.

Weiters wurde die Aufnahme von drei Darlehen – alle bei der Sparkasse Horn als Best- und Billigstbieter ohne Diskussion und ohne Gegenstimme genehmigt: Für den vor einem Jahr beschlossenen Ankauf einer Kehrmaschine um 260.000 Euro, für Kanal und Wasserleitung unter anderem in der Riedenburg-, Zwettler- und Frauenhofner-Straße sowie der Schulgasse, 938.000 bzw. 562.000 Euro.