Mittelalterliches Spiel war 30 Jahre „verschwunden“. Das vor 40 Jahren von Alfred Aster und Gerald Steindl gebaute Stück kommt ins Museum.

Von Gerhard Baumrucker. Erstellt am 27. September 2018 (04:59)
Gerhard Baumrucker
Mit Dank übernahm Obmann Anton Ehrenberger das von Gerald Steindl und Alfred Aster (von links) gebaute Tischkegelspiel, das vor 40 Jahren von den beiden gelernten Tischlern hergestellt und jetzt wieder entdeckt wurde, in den Bestand des Museums auf. Foto: Gerhard Baumrucker

Die Besucher des Zeitbrücke-Museums werden am 6. Oktober, dem Tag der offenen Museen, ein ganz besonderes Exponat bestaunen können: ein seit dem 14. Jahrhundert weit verbreitetes Tischkegelspiel. Dabei wird mittels Schnur ein Kreisel in Bewegung gesetzt, der möglichst viele der neun Kegel des Spielfeldes und weitere zwei in den Ecken umwerfen soll.

Wie kam es dazu? Vor etwa 40 Jahren sah der damalige Tischlermeister Rudolf Opitz ein solches Spiel bei einer Ausstellung im steirischen Schloss Trautenfels und war davon so beeindruckt, dass er es von seinen Mitarbeitern Alfred Aster und Gerald Steindl nachbauen ließ.

Als Besonderheit erhielt der so genannte Kegeltisch eine geteilte, ausziehbare Platte, die bei Notwendigkeit über das Spiel gelegt wurde und dann als Abstellfläche für Getränke diente. Notwendig wurde dies zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia zwecks Tarnung vor der Polizei, denn damals war das zum Glücksspiel erklärte Kegelspiel unter Strafandrohung streng verboten.

Jetzt, nach 30 Jahren, entdeckte Aster in seinem Lager das voll funktionsfähige Spielgerät und übergab es mit Gerald Steindl, dem Zeitbrücke-Museum.