Wanderer auf neuen Pfaden. Wanderexperte Helmut Auböck und „Physio“ Andreas Hadl machen aus alten neue Strecken.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 13. September 2019 (03:45)
R. Kornell
Helmut Auböck (r.) und der Reha-Physiotherapeut Andreas Hadl erkunden das Wander- und Laufwegenetz in und um Gars zu Fuß, mithilfe von Bürgermeister Martin Falk und Gemeinderätin Susanne Beischlager wird es umgesetzt. Die alten Schilder gehören dann der Vergangenheit an.

Bereits zu Jahresbeginn – die NÖN berichtete – wurde vom Gemeinderat der Beschluss gefasst, das Wander- und Laufwegenetz zu überarbeiten. „Nun liegt ein erster Zwischenbericht vor“, wie Bürgermeister Martin Falk erklärte. „Die von uns beauftragte Firma Runnersfun aus Gmunden, der Marktführer auf diesem Gebiet, hat die Erkundungstour fast abgeschlossen.“

Konkret wurde das bestehende Netz von Helmut Auböck, einem „Außendienstmitarbeiter“, abgegangen und genau inspiziert. Als Experten hatte er Andreas Hadl, Physiotherapeut in der Reha-Klinik, zur Seite, der die Gegend um Gars wie seine Westentasche kennt, weil er täglich mit den Patienten unterwegs ist. „Die haben bemängelt, dass man sich nicht unbedingt gut zurechtfindet.“ Das bestätigt auch Auböck, der bereits gewisse Vorstellungen hat, auch, wie man den derzeitigen „Schilderwald“ reduziert.

„Natürlich braucht man zu einer Orientierung Schilder, aber die müssen passen und dürfen nicht verunsichern“, meint Auböck. „Wir setzen auf Schilder und auf ein Farbleitsystem, das sich auch auf vier großen Panoramatafeln, die am Hauptplatz, am Bahnhof, bei der Rehaklinik und im Kurpark aufgestellt werden, widerspiegeln wird.“

Wegenetz ebenso für Gäste wie für Garser

Diese Schilder sollen nicht nur die Richtung vorgeben, sondern auch Hinweise über die Streckenbeschaffenheit, etwa ob Schotter- oder Waldweg, die Länge und ein Höhenprofil aufweisen. Damit kann sich jeder, ob Amateur oder (Halb)Profi, seine eigene Route zwischen drei und 15 km und mit abgestuftem Schwierigkeitsgrad auswählen. Natürlich werden die Routen nicht nur durch die Natur, sondern auch durch den Ort zu besonderen Sehenswürdigkeiten oder Plätzen führen.

Hauptziel ist, wie Hadl anführt, aus der nahezu unüberschaubaren Fülle an Wegen und Markierungssystemen ein einheitliches, übersichtliches, kompaktes, gut erkennbar beschildertes Wegenetz aufzubauen.

Hadl: „Dabei wollen wir die vielfältige Landschaft, die wunderschönen Aussichtsplätze und die vielen historischen Sehenswürdigkeiten präsentieren. Die meisten Wege sind eher kurz gehalten – zwischen 30 und 90 Minuten Gehzeit – und eher nicht für einen Wochenendausflug, sondern zur täglichen Nutzung und auch einmal für zwischendurch optimiert. Und das nicht nur für die Gäste der Reha und des la pura, sondern natürlich auch für die Garser!“

„Mit den Wanderwegen wollen wir die vielfältige Landschaft, die wunderschönen Aussichtsplätze und die historischen Sehenswürdigkeiten von Gars präsentieren.“Physiotherapeut Andreas Hadl

Ein weiterer Aspekt bei den neuen Streckenführungen ist die Erhöhung der Sicherheit für Wanderer. Viele der teilweise Jahrzehnte alten Routen sind entlang von Landstraßen verlaufen, diese werden nun weitestgehend vermieden, Straßenüberquerungen werden bestmöglich über gesicherte Fußgängerübergänge geführt.

Laut Falk ist auch angedacht, dass man diese Strecken den Wanderern nicht nur auf Papier, sondern auch digital zur Verfügung stellt, indem man sie von der Homepage der Gemeinde herunterlädt.

Die Kosten werden, so die zuständige Tourismus-Gemeinderätin Susanne Beischlager, etwa 120.000 Euro betragen. „Aber 64 Prozent davon werden von der Leader Region Kamptal gefördert.“ Und betont weiters: „Natürlich wird ein entsprechender Folder aufgelegt – und jede Strecke erhält auch einen eigenen Namen.“

In den kommenden Wochen wird das „erwanderte Wissen“ jetzt bei der Firma Runnersfun umgesetzt, „und es spricht nichts dagegen“, so Beischlager, „dass wir rechtzeitig zum Sommer 2020 starten können.“